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Heiter bis wolkig

Tipps für ein gutes Betriebsklima

14.12.2015
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Von Andreas Nagel / Jeder berufstätige Mensch verbringt einen großen Teil seines Lebens am Arbeitsplatz mit seinen Kollegen. Ein gutes Betriebsklima wirkt sich nicht nur positiv auf das persönliche Wohlbefinden aus, sondern auch auf die individuelle Arbeitsleistung. Damit alle Kollegen gerne und motiviert zur Arbeit kommen, sollte jedes Apothekenteam Arbeits­umfeld und Betriebs­klima so positiv wie möglich gestalten.

Die Qualität des Betriebsklimas in der Apotheke lässt sich schnell und einfach messen. So lässt sich zum Beispiel bei der nächsten Mitarbeiterbesprechung mit einem »Klima-Barometer« die subjektive Einschätzung des Betriebsklimas durch das Apothekenteam erfragen. Dazu erhält jeder Kollege ein Blatt mit dem »Klima-Barometer« (siehe Grafik), auf dem er seine persönliche Beurteilung des Betriebsklimas ankreuzen kann. Die Blätter werden anschließend anonym in einer Box eingesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse führen oft zu lebhaften Diskussionen über die Einflussfaktoren und über mögliche Verbesserungsmöglichkeiten.

Kollegiale Umgangsformen

Jede PTA sollte durch ihr Auftreten ein Vorbild für einen höflichen und kollegialen Umgang miteinander sein. Reden Sie daher niemals negativ oder abfällig über abwesende Kollegen und lassen Sie schlechte Laune nicht an Kollegen aus. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, besprechen Sie den Kritikpunkt am besten offen mit der betreffenden Person. Üben Sie auch Toleranz gegenüber Mitarbeitern, die wegen ihrer Herkunft, Nationalität, Religion oder Weltanschauung individuelle Denk- und Verhaltensweisen zeigen – solange dies keine negativen Auswirkungen auf Arbeitsabläufe, Arbeitsergebnisse, Kun­den oder Kollegen hat.

Konflikte lösen

Wenn in der Apotheke Konflikte zwischen einzelnen Mitarbeitern bestehen, so sollten diese zwischenmenschlichen Differenzen offen ausgesprochen und entweder untereinander oder gemeinsam mit der Apotheken­leitung gelöst werden. Unausgesprochene oder ungelöste Differenzen zwischen einzelnen Mitarbeitern belasten häufig die Stimmung im Team und führen zu unnötigen Diskussionen der übrigen Mitarbeiter über die zerstrittenen Kollegen.

Interne Kommunikation

Einer der häufigsten Kritikpunkte, den Mitarbeiter über ihren Alltag am Arbeitsplatz äußern und der immer wieder zu Verstimmungen im Team führt, ist eine schlechte interne Kommunikation zwischen Kollegen und/oder einzelnen Filialapotheken. Die Apothekenleitung ist daher gut beraten, für eine möglichst vollständige Kommunikation innerhalb des Teams zu sorgen, indem alle stets zeitnah informiert und regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen durchgeführt werden. Ergänzend können Kaffee- und Mittagspausen für einen Informationsaustausch genutzt werden. Ein ansprechend gestalteter Pausenraum schafft dazu das passende Umfeld. Manche Apothekenteams treffen sich auch einmal wöchentlich vor Öffnung der Apotheke zu einem gemeinsamen »Arbeitsfrühstück«, um fachliche Informationen auszutauschen und den persönlichen Kontakt zu pflegen.

Gemeinsame Freizeit­aktivitäten bieten die Möglichkeit, Kollegen besser kennenzulernen. Wenn neben fachlichen auch persönliche und private Informationen aus­getauscht werden, so wirkt sich dies in der Regel positiv auf die zukünftige berufliche Zusammenarbeit aus. Als Maßnahmen kommen etwa Betriebs­ausflüge, Grill­abende, Sommer­feste, Weih­nachts­feiern, Kegel­abende, Rad- oder Bootstouren in Betracht.

Angenehmes Umfeld

Ein angenehmes und attraktives Arbeitsumfeld wirkt sich unmittelbar auf die persönliche Stimmung und damit auch auf den persönlichen Umgang miteinander aus. In innerbetrieblichen Umfragen werden von Mitarbeitern häufig kleine Ärgernisse am Arbeitsplatz genannt: Gerüche (wie durch mitgebrachte Speisen und Getränke der Kollegen), Schmutz (unaufgeräumte Kaffeküche, volle Mülleimer), Lärm, störende Privattelefonate im Pausenraum, nicht funktionsfähiger Kopierer (Kopierstau, nicht nachgefülltes Papier), entliehene und nicht zurückgebrachte Arbeitsmittel. Versuchen Sie, diese kleinen, aber nervigen Störfaktoren im Team soweit wie möglich aus der Welt zu räumen.

Angemessene Belastung

Wenn in der Apotheke dauerhaft Stress, Hektik und Überlastung herrscht, wird sich dies früher oder später auch auf den Umgang der Kollegen untereinander auswirken. Ständige Überforderung reizt die Stimmung und ist dem Umgangston nicht gerade zuträglich. Wer sich ständig gestresst, überlastet und genervt fühlt, ist meist kein angenehmer Gesprächspartner und erst recht kein hilfsbreiter Kollege. Suchen Sie bei dauerhaften Überlastungssituationen gemeinsam mit der Apothekenleitung nach einer Lösung, damit durch eine ausreichende Mitarbeiterzahl und durch eine vorausschauende Einsatzplanung eine permanente Überforderung einzelner Mitarbeiter vermieden wird.

Gerecht geplant

Für ein gutes Betriebsklima ist es wichtig, dass alle Kollegen das Gefühl haben, bei der Planung von Urlaubs- und Dienstzeiten gerecht behandelt zu werden, und dass bei der Verteilung der Urlaubszeiten, Wochenenddienste und Brücken­tage kein Mitarbeiter bevorzugt wird. Wenn sich einzelne Kollegen nach dem Prinzip »Wer zuerst kommt, mahlt zuerst« immer wieder die attraktivsten Urlaubs­zeiten und Urlaubstage sichern, so führt dies früher oder später zu Verstimmungen im Team. Das Apothekenteam kann sich für die Urlaubs- und Dienstzeitplanung nach Rücksprache eigene Regeln schaffen, nach denen Urlaubstage und Dienstzeiten verteilt werden, und dabei auch festlegen, wessen Wünsche im Fall von Überschneidungen vorrangig berücksichtigt werden.

Gemeinsame Regeln

In vielen Apotheken hat es sich bewährt, im Team verbindliche Verein­barungen für eine harmonische, zwischenmenschliche Zusammenarbeit und für ein gutes Betriebsklima zu erarbeiten. Diese Teamregeln werden schriftlich fixiert, von allen Teammitgliedern unterschrieben und im Pausenraum aufgehängt. Auf diese Weise sind die Teamregeln täglich im Blickfeld, geraten nicht wieder in Vergessenheit und sind auch für jede neue Kollegin sofort wahrnehmbar. Derartige Teamregeln werden natürlich für jede Apotheke individuell unterschiedlich sein. Der Kasten zeigt ein Beispiel, wie sich Team­regeln formulieren lassen. /

Unsere Teamregeln

  • In unserem Team ist jeder Mitarbeiter wichtig. Nur durch den gemeinsamen Einsatz aller Kollegen kann die Apotheke erfolgreich sein. Unsere Zusammenarbeit wird bestimmt durch den Grundsatz: »So viel Individualität wie möglich, so viel Konformität wie nötig!«
  • Wir wollen stets ein gutes Betriebsklima in unserer Apotheke haben.
  • Jeder Mitarbeiter hat ein Recht auf seine individuelle Art.
  • Wir akzeptieren unsere unterschiedlichen Meinungen und Temperamente.
  • Niemand wird wegen seiner Meinung, Nationalität oder Weltanschauung benachteiligt, kritisiert oder verspottet.
  • Wir lassen schlechte Laune nicht an Kollegen aus.
  • Wir reden niemals schlecht oder abfällig über eine abwesende Kollegin.
  • Wer anderer Meinung ist als eine Kollegin, spricht dies offen aus.
  • Wir klären Konflikte und Meinungsverschiedenheiten zeitnah unter uns oder gemeinsam mit der Apothekenleitung.
  • Wir sind zu allen Besprechungen pünktlich und halten vereinbarte Termine ein.
  • Mobiltelefone sind während der Arbeitszeit aus- oder lautlos zu schalten. Private Kommunikation (Telefonate, SMS, Chats) kann während der Pausen erledigt werden.
  • Wir sind kooperativ bei Urlaubs- und Dienstplanungen.
  • Jeder Mitarbeiter ist für Ordnung und Sauberkeit mitverantwortlich. Der Arbeitsplatz ist nach Beendigung der Arbeit aufzuräumen. Auch während des Tages sollte sich der Arbeitsplatz in einem ordentlichen Zustand befinden.