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Emulgatoren fördern vermutlich Darmkrebsrisiko

12.12.2016  11:33 Uhr

Der Konsum von Emulgatoren, die bei der Verarbeitung von Lebensmitteln wie Eiscreme, Margarine oder Schokolade verwendet werden, fördert Entzündungen im Darm und erhöht ­dadurch anscheinend das Risiko für Darmkrebs.

Entsprechende Daten aus Tierversuchen stellen Forscher um Dr. Emilie Viennois von der Georgia State University in Atlanta nun im Fachjournal »Cancer Research« vor. Bereits vergangenes Jahr hatten die Forscher gezeigt, dass häufiger Emulgator-Konsum die Darmflora so beeinflusst, dass ein proentzündliches Milieu entsteht. Nun ­untersuchten die Forscher in einem ähnlichen Experiment, ob dadurch das Darmkrebsrisiko beeinflusst wird.

Wie bereits in der älteren Unter­suchung führte die Emulgatorgabe zu ­einer chronischen niedriggradigen Entzündung im Dickdarm der Tiere. Diese ging mit einer Veränderung der Zusammensetzung der Darmbakterien einher, die zu einem Anstieg der proinflammatorisch wirksamen bakteriellen Substanzen Lipopolysaccharide und Flagellin in den Faeces führte. Dies scheint ein für die Krebsentwicklung günstiges Klima zu schaffen, denn in der Obduk­tion zeigten die mit Emulgatoren behandelten Tiere mehr und größere ­Tumoren im Dickdarm als die Kontrolltiere. Ob entsprechende Prozesse auch beim Menschen stattfinden, ist bislang unklar. (PZ)