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Mitochondrien verraten Hautkrebs

12.12.2016  11:33 Uhr

Die Früherkennung von Hautkrebs könnte in Zukunft vielleicht einfacher werden. Ein neues Verfahren nutzt ­die Tatsache, dass sich Mitochondrien in Hautkrebszellen von ­solchen in gesunden ­Zellen unterscheiden.

Gut erkenn­bar sind ­die Veränderungen mithilfe der sogenannten Zwei-Photonen-­Fluores­­zenz­mikros­kopie. Da­bei wer­den ­die im Mitochondrien-Stoffwechsel wich­­tigen fluores­zierenden NADH-­Moleküle zum Leuchten gebracht.

Im Experiment zeigte sich: Mitochondrien in Hautkrebszellen weisen ein typisches Fluoreszenz­muster auf, und das unterscheidet sich deutlich von dem gesunder Zell-Kraftwerke, deckte ein Forscherteam um Dimitra Pouli von der Tufts University in Massachusetts auf. Somit wäre das Verfahren geeignet, Hautkrebs auf ­einen Blick zu erkennen, ohne das ­Gewebe der Patienten zu verletzen. Bislang ist die Methode allerdings nur im Labor und an wenigen Menschen ­erprobt worden. Bewährt sich das ­Verfahren an einer größeren Patientenzahl, muss das Multi­pho­to­nen­mikroskop so angepasst werden, dass es an der Haut von Patienten zum ­regulären Hautkrebs-Screening ein­gesetzt werden kann.

Gängige Praxis bei Früherkennungsuntersuchungen ist es derzeit, dass der Hautarzt auffällige Hautstellen mit ­einem Dermatoskop betrachtet. Dies ist eine Art Lupe mit polarisiertem Licht, das bis in tiefere Hautschichten vordringt. Bei Verdacht auf Entartung entnimmt der Dermatologe eine Hautprobe und schickt sie zur weiteren ­Untersuchung an ein Labor. (ais)