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Oberarm-Messung vorteilhaft

12.12.2016  11:33 Uhr

Die Messung des Blutdrucks am Handgelenk hat zwar die Akzeptanz der Blutdruckselbstmessung bei Patienten verbessert, doch die Qualität der gemessenen Werte lässt zu wünschen übrig.

Das hat jetzt ein italienisches Forscherteam der Universität Padua anhand einer ­Studie mit über 700 Patienten festgestellt. Nach den in Hypertension veröffentlichten Daten sind Messfehler von ­5 bis 10 mmHg und eine falsche Positionierung der Geräte keine Seltenheit.

Nach einer Einweisung wurde der Blutdruck sowohl in der Sprechstunde als auch zu Hause am Oberarm und am Handgelenk gemessen. In der Sprechstunde war der systolische Blutdruck am Handgelenk 2,5 Prozent niedriger als am Oberarm, während zuhause der Blutdruck sowohl systolisch als auch diastolisch am Handgelenk höher als am Oberarm war (plus 5,6 Prozent beziehungsweise plus 5,4 Prozent). 621 Probanden hatten einen häuslichen Messfehler von mindestens 5 mmHg, 455 von mindestens 10 mmHg.

Als Grund für die Fehlerquote analysierten die Forscher zum einen kogni­tive Defizite bei den Patienten. Zum anderen mag auch eine falsche Positionierung am Handgelenk die Ursache ungenauer Messwerte sein. Denn Probanden mit langem Unterarm erzielten besonders hohe Abweichungen bei den Messwerten. In einem Kommentar zur Studie in Cardiovasc schreibt Professor Dr. Walter Zidek von der Medizinischen Klinik der Charité: »Patienten, denen wir die Selbstmessung am Handgelenk nicht zutrauen, sollten wir unbedingt zu der Messung am Oberarm raten.« Ein Rat, den auch das pharmazeutische Personal beim Verkauf ­eines Blutdruckmessers berücksichtigen sollte. (ew)