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OTC-Beratungscheck

Naratriptan

11.12.2017
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungs­intensiv als ver­schreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem aus­gewählten OTC- Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Naratriptan gegen Migräne.

Arzneistoffgruppe

Selektive Serotonin-5HT1-Agonisten

Präparate

Formigran®, Generika

Indikation

Akute Behandlung der Kopfschmerzphasen von Migräneanfällen mit und ohne Aura.

Dosierung/Anwendung

So früh wie möglich 1 Tablette (2,5 mg) nach Beginn der Attacke unzerkaut mit reichlich Wasser einnehmen.

Wenn nach der ersten Einnahme eine Besserung aufgetreten ist, die Schmerzen aber erneut auftreten, kann eine zweite Tablette genommen werden, aber frühestens 4 h nach Einnahme der ersten Tablette; ins­ge­samt nicht mehr als 2 Tabletten in 24 h bzw. beim selben Anfall.

Kontraindikationen/Warnhinweise

  • Nur bei eindeutiger Migräne
  • Nicht bei Kindern und Jugendlichen <18 Jahre; nicht bei Personen >65 Jahre
  • Nicht zur Vorbeugung eines Migräneanfalls
  • Nicht bei Herzinfarkt in der Vor­geschichte, ischämischer Herz­krank­heit, Prinzmetal- Angina/koronaren Vasospasmen, peripheren vaskulären Erkrank­ungen oder Hinweisen auf eine ischämische Herz­krankheit
  • Nicht bei Schlaganfall oder ischämischer Attacke in der Vorgeschichte
  • Nicht bei Hypertonie
  • Nicht bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • Nicht bei seltenen Migräne­formen wie hemiplegischer, Basilar- oder ophthalmoplegischer Migräne

Nebenwirkungen

  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Kribbeln, Schwindel, Schläfrigkeit, Hitzegefühl, Unwohlsein
  • Gelegentlich: Sehstörungen, Brady- oder Tachykardie, Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Druck- oder Engegefühl

Wechselwirkungen

  • Ergotamin und Derivate (ein­schließlich Methysergid) und andere Triptane: erhöhtes Risiko für Koronarspasmen; mindestens 24 h Abstand halten;
  • Johanniskraut: häufiger Neben­wirkungen möglich
  • Arzneimittel, die aktiv über die Niere ausgeschieden werden: verstärkte Wirkung möglich
  • SSRI und SNRI: Fallberichte über Serotoninsyndrom (wie Schwäche, Koordinations­störungen, Bewusstseinsstörungen)

Schwangerschaft/Stillzeit

  • Wenig Erfahrung zum Einsatz in der Schwangerschaft, nur auf ärztliche Anweisung; bessere Alter­nativen sind Paracetamol und Ibuprofen­ (bis zur SSW 28).
  • Naratriptan geht in die Milch laktierender Ratten über, Unter­suchungen bei stillenden Frauen gibt es nicht. Unverträglichkeiten beim Säugling sind aufgrund der üblichen Einzeldosen kaum zu erwarten. Es wird­ empfohlen, 24 h nach Ein­­nahme nicht zu stillen.

Hinweis

Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.