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Völker-Schule Osnabrück

Ausländische Fachkräfte fördern

»PTA-Mangel ausgleichen und jungen Menschen eine Chance geben«, so lautet das Motto an der Völker-Schule in Osnabrück. Als bisher einzige PTA-Schule in Deutschland nimmt sie an dem Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« teil und bietet somit PTA aus dem Ausland die Möglichkeit, ihre Ausbildung in Deutschland anerkennen zu lassen. 
Völker-Schule Osnabrück
05.03.2021  14:00 Uhr

Fadi Sharif ist ausgebildeter Pharmazeutisch-Technischer Assistent. Seit fünf Jahren lebt der Syrer jetzt in Deutschland und von Beginn an war es sein Wunsch, hier seinem Beruf nachzugehen. Doch das ist nicht ganz einfach. Da sind zum einen die sprachlichen Hürden, zum anderen die bürokratischen. Beide hat er durch die Teilnahme an einem PTA-Kurs der Völker-Schule genommen.

Seit drei Monaten nimmt der 29-jährige an dem Förderprogramm »Integration durch Qualifizierung (IQ)« teil. Die Förderung erfolgt unter anderem durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und ist für Fadi kostenfrei. Das Programm ermöglicht Fachkräften, die im Ausland einen Abschluss im Bereich Pharmazie gemacht haben, ihre Kenntnisse an die in Deutschland geltenden Vorgaben anzupassen. Der Kurs schließt mit einer Prüfung und der Qualifikation, in Deutschland dem Beruf der PTA nachzugehen. »Für mich ein absoluter Glücksfall«, freut sich der junge Syrer. Er lebt im oberbergischen Gummersbach und hat in der Region sowie im Rheinland vergeblich nach einer passenden Fortbildung gesucht. Über die sozialen Medien ist er auf die Völker-Schule aufmerksam geworden, die momentan als einzige Einrichtung in Deutschland diesen speziellen Kurs für PTA anbietet.

»Ich habe mich über die Beratungsstelle des IQ Netzwerks beworben. Dort sowie durch die Völker-Schule erhielt ich viel Unterstützung«, berichtet Fadi Sharif. Da der Kurs in der Lernform Blended Learning angeboten wird, nimmt Fadi online aus seinem Home-Office in Gummersbach teil. Für die Praxiseinheiten kommt er nach Osnabrück und übernachtet mit den anderen Kursteilnehmern in den gestellten Unterkünften. »Die Praxiswochen genießen meine Mitschüler und ich besonders. Nicht nur die Übungen im Labor der Schule, auch das Miteinander und der direkte Austausch mit den Lehrern haben mir sehr geholfen«, so Fadi Sharif. Anfangs habe er sprachliche Schwierigkeiten mit den Fachbegriffen gehabt, auch seien ihm einige der Heilpflanzen unbekannt gewesen. Aber Fadi lernt schnell und fragt im Notfall bei Mitschülern und Lehrern nach. Mittlerweile ist er so versiert, dass er neben der Schule stundenweise in einer Apotheke aushilft. Nach der Prüfung hat Fadi ein klares Ziel: sein umfangreiches Wissen als PTA in einer Apotheke einsetzen und dabei Menschen in gesundheitlichen Fragen beraten und helfen.