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Forschung

Bakteriengift hilft bei Wundheilung

Toxine können mitunter auch positive Effekte haben: So etwa das von Staphylococcus aureus gebildetet α-Hemolysin. Es könnte bei der Wundheilung dienlich sein, wie Forscher aus Jena berichten.
Elke Wolf
16.12.2020  16:00 Uhr

α-Hemolysin ist nicht nur giftig, sondern stimuliert auch die Geweberegeneration. Wie das Team von der Universität Jena im Fachmagazin Cell Reports berichtet, werden offenbar spezielle Immunzellen, sogenannte M2-Makrophagen, durch das Bakteriengift angeregt und produzieren Botenstoffe, die im späteren Verlauf einer Entzündungsreaktion die Entzündung abklingen lassen. »Sie sind also eine Art zelluläre Müllabfuhr«, sagt Paul Jordan, Erstautor der neuen Studie über die M2-Makrophagen, die auch beschädigte Zellteile abtransportieren und die Regenration von Gewebe stimulieren. Der bislang unbekannte Mechanismus könnte für künftige Therapien von Hautentzündungen und die Heilung von chronischen Wunden bedeutsam sein.

Staphylococcus aureus lebt gewöhnlich unbemerkt auf menschlicher Haut und in den Atemwegen. Das millionenfach vorkommende Bakterium ist eigentlich harmlos, kann aber Probleme bereiten, wenn das Immunsystem geschwächt ist – aufgrund einer anderen Infektion oder einer Verletzung. Dann kann sich S. aureus unkontrolliert vermehren und zu Hautentzündungen oder Infektionen der Lunge führen.

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