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Zu wenig Sauerstoff im Blut

Beatmung sehr gezielt dosieren

Können Menschen nur noch unzureichend oder gar nicht mehr selbstständig atmen, erhalten sie Unterstützung durch Beatmungsgeräte. Dabei kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, die ganz unterschiedliche Risiken bergen.
Carina Steyer
11.01.2022  12:00 Uhr

Ein gesunder Erwachsener atmet pro Minute zwischen 12- und 18-mal ein und aus. Bei einem Patienten mit respiratorischer Insuffizienz sind es mehr als 35 Atemzüge pro Minute. Dennoch reicht die Atmung für einen gesunden Gasaustausch nicht aus. Der Sauerstoffgehalt im Blut ist zu niedrig (hypoxische respiratorische Insuffizienz), der Kohlendioxidgehalt mitunter zu hoch (hyperkapnische respiratorische Insuffizienz). Die Ursache liegt im Fall der hypoxischen respiratorischen Insuffizienz meist in der Lunge selbst. So können zum Beispiel eine schwere Lungenentzündung, Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge oder vernarbtes Lungengewebe die Aufnahme des Sauerstoffs beeinträchtigen. Die hyperkapnische respiratorische Insuffizienz hingegen wird meist durch eine Störung in der Atempumpe (Atemzentrum, Thorax, Atemmuskulatur oder Nerven) verursacht. Auslöser können zum Beispiel eine Lungenverletzung, eine Erkrankung, die zu einer Schwächung der Atemmuskulatur führt oder eine Blockade beziehungsweise Verengung der Atemwege sein.

Patienten mit respiratorischer Insuffizienz zeigen neben der erhöhten Atemfrequenz weitere typische Symptome. Dazu gehören eine stark erhöhte Herzfrequenz und ein erhöhter Blutdruck. Der Körper versucht hiermit die Ateminsuffizienz zu kompensieren. Das Atemzugvolumen nimmt ab, zusätzlich muss der Patient zunehmend die um den Brustkorb liegende Atemhilfsmuskulatur einsetzen. Viele Patienten sind unruhig und schwitzen verstärkt. Im Verlauf nehmen die erschwerte Atmung und Atemnot zu, die Haut des Betroffenen verfärbt sich bläulich, Herzfrequenz und Blutdruck fallen ab. In der Spätphase der respiratorischen Insuffizienz steigt der Kohlendioxidgehalt im Blut zunehmend an, Atmung und Herzschlag verlangsamen sich, der Blutdruck fällt weiter ab. Die Patienten sind erschöpft, verwirrt und unruhig, es können Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auftreten.

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