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Begleittherapien bei Brustkrebs

Begleittherapien können bei Nebenwirkungen helfen und lassen den Patienten die schulmedizinische Behandlung besser durchstehen. PTA können Betroffenen entsprechende Empfehlungen an die Hand geben und bei der Wahl ergänzender Therapien beraten.
Judith Schmitz
13.10.2020  15:45 Uhr

»Viele Brustkrebspatientinnen möchten aktiv etwas zur anstehenden Therapie beitragen«, erklärt Ärztin Dr. Jutta Hübner, Stiftungsprofessorin für Integrative Onkologie der Stiftung Deutsche Krebshilfe gegenüber PTA-Forum . Auf die individuelle Situation abgestimmte begleitende Maßnahmen oder Therapien könnten tatsächlich das körperliche und seelische Wohlbefinden steigern, so Hübner. Konkret können sie Nebenwirkungen abschwächen, die Verträglichkeit der Krebstherapie verbessern, Kraft geben und damit einen günstigen Einfluss auf Behandlung und Erholungszeit haben. Allerdings können sie nicht den Krebs schlagartig besiegen.

Laut Hübner sind nur solche Maßnahmen und Methoden sinnvoll, deren Wirksamkeit in Zusammenhang bei einer Krebserkrankung nachgewiesen sind, darunter einige natürliche Heilmethoden. Diese sogenannte komplementäre Therapie ist anerkannter Teil der wissenschaftlichen Medizin. Der Patient kann sie bedarfsabhängig anwenden, sie ist einfach auszuführen und zudem kostengünstig. Jedoch ist es wichtig, das sie sehr gut auf die schulmedizinische Behandlung abgestimmt ist, damit sie letztere nicht abschwächt und den Erfolg der Krebsbehandlung nicht gefährdet.

In Bewegung bleiben

Bewegung und Sport können dem Patienten helfen, mit weniger Nebenwirkungen durch die Therapie zu kommen sowie eine bessere Prognose hinsichtlich Verlauf und Wiederauftreten einer Krebserkrankung zu haben. Denn Bewegung stärkt die Muskeln, erhöht die Kraft, verbessert Ausdauer und Geschicklichkeit, wirkt positiv auf den Stoffwechsel, das Immunsystem und die Seele. Hübner betont: »Wichtig ist, sich körperlich zu bewegen und dranzubleiben. Auch der flotte Spaziergang und anstrengende Haus- und Gartenarbeit zählen. Es muss kein Sport sein.« Wer das aber möchte, kann beispielswiese am Reha- oder Tanzsport teilnehmen oder im Fitnessstudio trainieren. Zuvor sollten Betroffene allerdings den Trainer über Erkrankung und Therapie informieren und auch mit dem behandelnden Arzt absprechen, ob es Einschränkungen gibt. Schwimmen in öffentlichen Schwimmbädern ist weniger geeigneten und sollte generell gemieden werden, weil eine Chemotherapie das Immunsystem schwächt und somit nicht mehr so gut auf »Schwimmbadkeime« reagieren kann.

Während und kurz nach der Therapie können die Kräfte schwanken. Wichtig ist daher, ein Gespür zu entwickeln, wie man sich an einem Tag bewegen und was man lieber sein lassen möchte. Überanstrengung schadet dem Körper jedoch nicht. Einfach ausruhen und erleben, wie die Kräfte schnell wiederkommen. Und was sagt die Ärztin Brustkrebspatientinnen, die immer schon sportlich aktiv waren, trotzdem erkrankten und nun entmutigt sind? Hübner: »Krebs ist etwas Schicksalhaftes, meist ausgelöst durch eine Mutation. Wer sich zuvor schon gut bewegt hat, dem fällt es nun unter der Therapie auch viel leichter, weiter aktiv zu sein und die Behandlung gut zu durchlaufen.«

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