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Autoimmunerkrankung

Bei Lupus erythematodes fast immer die Haut betroffen

Jahreszeitenabhängig sind der Lupus erythematodes tumidus und der Chilblain Lupus erythematodes. Während sich ersterer ein bis zwei Wochen nach einer UV-Exposition mit Papeln und Plaques bemerkbar macht, tritt letzterer vor allem in der feuchtkalten Jahreszeit auf. Es kommt zu symmetrischen, schmerzhaften, bläulich-roten Schwellungen, die in große polsterartige Knoten übergehen können und vor allem Zehen, Fersen und Fußsohlen, aber auch Finger, Ohren und Nase betreffen.

Eine Sonderstellung in der Gruppe des Haut-Lupus nimmt der akute kutane Lupus erythematodes (ACLE) ein. Zwar sind auch seine Symptome auf die Haut beschränkt, allerdings ist er fast immer mit einem systemischen Lupus assoziiert. Die Hautsymptome sind häufig das erste Anzeichen und zeigen einen kommenden Schub an. Neben dem Schmetterlingserythem, das von einem leichten Ödem und Hautschuppung beim Abheilen begleitet werden kann, kommt es bei dieser Lupus-Form zu knotig-fleckigen Hautausschlägen. Sie treten vor allem an UV-exponierter Haut auf, wobei typischerweise die Fingerknöchel ausgespart bleiben. Haarverlust, Geschwüre im Schleimhautbereich und eine Erweiterung der Blutgefäße am Nagelfalz sind weitere Symptome. Hautveränderungen durch einen ACLE heilen in der Regel ohne Narbenbildung ab, allerdings kann es auch hier zu postinflammatorischen Hyper- und Hypopigmentierungen kommen.

Individuelle Behandlung

Die vielen unterschiedlichen Symptome, beteiligten Organe und Schweregrade der Manifestationen erschweren nicht nur die Diagnose. Auch die Therapie muss individuell und mitunter immer wieder neu auf das jeweilige Krankheitsgeschehen abgestimmt werden.

Zu den wichtigsten Therapeutika gehören die Antimalariamittel Hydroxychloroquin und Chloroquin. Sie werden sowohl beim SLE als auch beim Haut-Lupus eingesetzt. Bis es zu einer Besserung der Hautsymptome kommt, dauert es im Durchschnitt etwa drei Monate. Ergänzend stehen Immunsuppressiva, Immunmodulatoren und Zytostatika zur Verfügung. Im Fall des Haut-Lupus mit wenig Läsionen können Glucocorticoide oder Calcineurininhibitoren als Topika zum Einsatz kommen.

Ziel der Lupus-Therapie ist es, Krankheitsschübe und Organschäden zu vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu erhalten. Das gelingt heute meist gut. Im Gegensatz zu früher haben Betroffene heute keine Einschränkung ihrer Lebenserwartung mehr zu befürchten. Mit einer gut abgestimmten Behandlung sind symptomfreie Intervalle von mehreren Jahren möglich. Zudem kann sich die Symptomatik mit zunehmendem Alter abschwächen. Ergänzend können Betroffene einiges tun, um die Krankheit unter Kontrolle zu behalten. Dazu gehört der Schutz vor UV-Strahlung, die als Trigger für Hautsymptome gilt. Empfohlen werden das Tragen lichtundurchlässiger Kleidung inklusive Kopfbedeckung und das Verwenden eines Sonnenschutzmittels (LSF 50+). In diesem Zusammenhang können PTA und Apotheker ihre Kunden noch einmal darauf hinweisen, dass Fensterglas und Autoscheiben für UV-A-Strahlung durchlässig sind und Sonnenschutzmaßnahmen auch hier erforderlich sind.

Die Leitlinie »Diagnostik und Therapie des kutanen Lupus erythematodes« der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft empfiehlt auch, aktives und passives Rauchen zu vermeiden. Beides gilt als Risikofaktor für den Haut-Lupus und kann die Symptomatik verstärken. Patienten sollten zudem über das Köbner-Phänomen aufgeklärt werden: Unspezifische Reize wie Kratzen oder Traumata durch Tätowierungen, Kontaktallergien, Verbrennungen oder Wundverletzungen können das Auftreten eines scheibchenförmigen Lupus provozieren. Zur Vorsicht wird auch bei einigen Medikamenten geraten. Das Antimykotikum Terbinafin, das Diuretikum Hydrochlorothiazid und der Calciumkanalblocker Diltiazem können Lupus-Symptome auslösen und sollten gemieden werden.

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