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Bei Medikationsmanagement auf Zusammenarbeit setzen

Arzneimittelcoach für Rheumapatienten

Apotheker Tim Steimle, Leiter Arzneimittel bei der Techniker Krankenkasse, warnte vor »AMTS light«. Er sehe Medikationsmanagement als einen zentralen Aspekt zur Positionierung der Apotheken in der Zukunft, aber diese Leistung müsse auch bei den Patienten ankommen. Die elektronische Patientenakte, in der umfangreiche Gesundheitsdaten gespeichert werden können, biete enorme Möglichkeiten und das E-Rezept sei ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Über Selektivverträge könnten Krankenkassen das Thema vorantreiben.

Steimle verwies auf das Projekt der TK mit dem Berufsverband Deutscher Rheumatologen zur Betreuung von Rheumapatienten, das unter anderem ein Modul Arzneimittel und ein Arzneimittelcoaching beinhaltet. Über den TK-Arzneimittelcoach können sich Rheumapatienten ergänzend zum Arztgespräch zu ihrem Krankheitsbild beraten lassen. Die vertiefte Beratung und das Medikationsmanagement finde in der Apotheke vor Ort statt. Die TK wolle dieses Angebot ausbauen und allen ihren Versicherten anbieten. »Wir arbeiten gut mit den Apothekern und auch der Noventi zusammen. Wir sollten jetzt mutig sein und gemeinsam nach vorne gehen.«

Diesen Ball griff Apotheker Dr. Sven Simons, Vorstand der Noventi Health SE, gerne auf. Bei der Implementierung pharmazeutischer Dienstleistungen seien Netzwerkbildung und gemeinsames Agieren unverzichtbar. Apotheker sollten »die Reihen schließen«. Ebenso sollten Unternehmen sich gemeinsam an einen Tisch setzen und ihre Exklusivitätsansprüche aufgeben. Plattform-Technologien und große Netzwerke wie das »Pro AvO«-Bündnis, dem unter anderem der Noventi-Konzern angehört, zeigten die enormen Potenziale der neuen digitalen Ausrichtung und von Kooperationen. Dabei setze die Noventi »immer auf die öffentliche Apotheke als Drehscheibe im Markt«, versicherte Simons.

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