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Kein Schutz

Bei Neurodermitis nicht vorbeugend cremen

Eltern, deren Kinder ein erhöhtes Risiko für eine Neurodermitis haben, wird häufig geraten, sie vorbeugend ein bis zweimal täglich einzucremen. Aktuelle Studien kommen nun zu dem Schluss, dass diese Mühe vergebens sein könnte.
Allergieinformationsdienst/iw
07.04.2020  14:00 Uhr

Im Rahmen der BEEP-Studie untersuchten britische Forschende, ob das einmal täglich Eincremen des Körpers und Gesichts im ersten Lebensjahr eine Neurodermitis verhindern kann. Dazu beobachteten sie rund 1400 Neugeborene mit einem familiär erhöhten Neurodermitis-Risiko. Etwa die Hälfte erhielt die zusätzliche Hautpflege, die anderen Babys nicht. Anschließend erfassten die Forschenden, ob die Kinder im Alter von zwei Jahren eine Neurodermitis entwickelt hatten.

Das Ergebnis: Die zusätzliche tägliche Pflege verhinderte nicht, dass die Kinder eine Neurodermitis entwickelten. Gleichzeitig traten bei den behandelten Säuglingen jedoch häufiger Hautinfektionen auf. Die Forschenden schlussfolgern daraus, dass die vorbeugende Hautpflege für Kinder mit erhöhtem Neurodermitis-Risiko nicht empfehlenswert ist. Sie wollen jedoch weiter beobachten, ob sich mit zunehmendem Alter doch noch Unterschiede zeigen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die skandinavische PreventADALL-Studie. Hier wurden rund 2400 Neugeborene in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe wurde ab der zweiten Lebenswoche regelmäßig von ihren Eltern mit Badeöl und Gesichtscreme gepflegt, die zweite Gruppe nicht. Auch hier zeigte sich keine schützende Wirkung der intensiveren Hautpflege, aber auch keine negativen Effekte.

Unklar ist noch, ob das Eincremen tatsächlich nicht vorbeugen kann oder ob andere Faktoren der Hautpflege angepasst werden müssten.

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