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Überbelastung

Bei Tennisarm raus aus alten Mustern

Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kraftverlust sind typische Symptome von Tennis-, Maus- und Golferarm. Auslöser ist eine Überbelastung durch immer gleichbleibende Tätigkeiten. Um diese zu beseitigen, hilft nur eins: Betroffene müssen ihre gewohnten Abläufe verändern.
Carina Steyer
09.11.2022  12:00 Uhr

Während der Tennisarm vielen Menschen ein Begriff ist, sind der Golfer- oder Mausarm noch vergleichsweise unbekannt. Dabei ist gerade Letzterer stark auf dem Vormarsch. Und zwar so sehr, dass das Beschwerdebild in den USA, Großbritannien und Australien bereits unter dem Begriff »Repetitive-Strain-Injury-Syndrom« (kurz RSI-Syndrom) als Berufskrankheit anerkannt ist. Betroffen sind vor allem Menschen, die täglich mehrere Stunden am Stück am Computer arbeiten. Aber auch in der Textil- und Nahrungsmittelindustrie ist die Symptomatik verbreitet.

Auslöser ist bei allen drei Erkrankungen das Ausführen sich wiederholender Bewegungsabläufe der gleichen Muskelgruppen für mehr als zwei Stunden oder mit großem Kraftaufwand von mehr als 20 kg. Begleitend kommen häufig noch Fehlhaltungen hinzu. Mitunter entwickeln sich die Schmerzen aber auch spontan. Dies ist in der Regel nach kurzer, intensiver Überlastung wie zum Beispiel durch Malerarbeiten, dem Schneiden einer Hecke oder dem Aufbau von Möbeln mit Schraubendrehern der Fall. Wie genau die Symptomatik von Tennis- Golfer- und Mausarm entsteht, ist bisher nicht geklärt. Vermutet wird, dass eine biochemische Erschöpfung der Muskeln und Sehnen im Unterarm ausschlaggebend sein könnte. Dafür spricht, dass elektromyografische Untersuchungen der Armmuskulatur von Betroffenen eine permanente elektrische Aktivierung der Muskeln im Unterarm zeigen. Eine zweite Hypothese geht von wiederholten Mikrotraumata im Gewebe aus, die aufgrund der zu kurzen Regenerationsphasen zwischen den Belastungen nicht ausheilen können und sich summieren.

Zusätzlich können Missempfindungen und Schmerzen Schonhaltungen sowie Muskelverspannungen begünstigen, die wiederum Schmerzen und Funktionseinschränkungen verstärken. Möglicherweise bildet sich auch ein Schmerzgedächtnis aus, das zu einer Chronifizierung beitragen kann. Bereits geringe Beanspruchungen wie das Tippen auf der Tastatur oder das Klicken mit der Maus führen nun dazu, dass Schmerzsignale an das Gehirn gesendet und dort als Schmerzen bewertet werden. 

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