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Übelkeit und Erbrechen

Genau nachfragen

In der Regel sind Brechreiz und Erbrechen auf die Dauer des Reisens beschränkt. Warum manche Menschen zu diesen Beschwerden neigen, andere aber nicht, ist unklar. Als Ursache wird vermutet, dass bei den Betroffenen die Sinneseindrücke von Auge, Ohr und Gleichgewichtsorgan nicht übereinstimmen. Wer von sich weiß, dass er zu Reisekrankheit neigt, sollte eine halbe Stunde vor Reisebeginn ein Antiemetikum einnehmen. Bei rektaler Applikation setzt die Resorption verzögert ein, sodass Zäpfchen möglichst zwei Stunden vor Reiseantritt eingeführt werden sollten. Ist die Reiseübelkeit erst einmal eingetreten, ist es schwieriger, die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Bei einer länger dauernden Reise ist es nötig, die Einnahme im vorgegebenen Abstand zu wiederholen, bis die Tageshöchstdosis erreicht oder die Reise beendet ist.

Das erste Trimenon

Bei einer Kundin im gebärfähigen Alter, die ein Mittel gegen Erbrechen wünscht, ist die Frage »Besteht die Möglichkeit, dass Sie schwanger sind?« durchaus berechtigt. Vielleicht ist dann ein Schwangerschaftstest der erste Schritt, um den Grund der Beschwerden aufzuklären. Mehr als die Hälfte der Schwangeren hat vor allem in der Frühschwangerschaft mit dem Phänomen zu kämpfen. Die Ursachen sind letztlich nicht bekannt. Mediziner diskutieren hormonelle Veränderungen, eine genetische Disposition, einen erschlafften Schließmuskel am Ende der Speiseröhre, eine gesteigerte Geruchsempfindlichkeit und Vitamin B6-Mangel. Bei den meisten Schwangeren verschwinden die Beschwerden im Laufe des ersten Trimenons. Ein kleiner Teil hat allerdings auch darüber hinaus immer wieder mit Erbrechen zu kämpfen, ein Prozent sogar mit schwerem Erbrechen (mehr als fünfmal pro Tag). Gynäkologen sprechen dann von Hyperemesis gravidarum. In diesen Fällen ist meist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

Wie immer in der Schwangerschaft sollte eine Pharmakotherapie nur erfolgen, wenn es nicht anders geht. Für Schwangere ist es wichtig zu verstehen, dass es sich bei der Übelkeit nicht um eine Krankheit handelt, sondern um eine schwangerschaftsspezifische Veränderung, die in den meisten Fällen wieder verschwindet. Die Empfehlungen vieler Gynäkologen lauten, regelmäßig kleine, kohlenhydrat- und proteinreiche Mahlzeiten zu sich zu nehmen und auf ausreichendes Trinken zu achten. Fettes scharfes Essen (und dessen Geruch) kann bei Schwangeren Brechreiz auslösen. Kommt die Schwangere überhaupt nicht mit dem Erbrechen zurecht, sollte sie einen Arzt aufsuchen. In leichteren Fällen können PTA und Apotheker ein Antiemetikum empfehlen.

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