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Gesund zunehmen

Bei Untergewicht Abwärtstrend stoppen

Teufelskreis im Alter

Krebserkrankungen, Depressionen, Demenz, Einsamkeit oder Verlust der Selbstständigkeit, Kau- und Schluckbeschwerden sowie Medikamenteneinnahme sind mit zunehmendem Alter oft ursächlich. Untergewicht geht dann auch meist mit Mangelernährung einher. In diesem Fall ist nicht nur die Kalorien-, sondern auch die Nährstoffzufuhr unzureichend. Von Mangelernährung betroffen ist, wer unter 1200 kcal/Tag zu sich nimmt, auch wenn er sich ausgewogen ernährt. Kranke und ältere Menschen riskieren einen Teufelskreislauf aus Abbau von Muskelmasse, erhöhtem Sturzrisiko, Komplikationen bei Erkrankungen verbunden mit längeren Krankenhausaufenthalten.

Früherkennung und rasches Gegensteuern beispielsweise mit hochkalorischer Nahrungsergänzung kann Morbidität und Mortalität verringern. Inzwischen werden sie nicht nur als Trinknahrung, sondern auch als Suppen und Puddings angeboten, was Abwechslung und Akzeptanz verbessert. Ist eine Erkrankung für das niedrige Körpergewicht verantwortlich, muss diese medikamentös behandelt werden. Logopäden und Zahnärzte sollten bei Kau- und Schluckproblemen mit ins Boot geholt werden.

Zeigt die Waage deutlich zu wenig an, sind selbst junge Betroffene oft müde und antriebslos und durch Abnahme der Muskelmasse in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Durch ein geschwächtes Immunsystem sind sie anfälliger für Infekte und erholen sich auch langsamer davon. Wunden heilen schlechter. Bei Frauen können Zyklusstörungen und unerfüllter Kinderwunsch zum Problem werden, das Osteoporoserisiko steigt. Untergewichtige Schwangere gebären häufiger leichtgewichtige Säuglinge.

Ursachenforschung

Nach Zusammensetzen folgender Puzzleteile wird unter Berücksichtigung von Ernährung und körperlichem Training ein Aufbauplan zum Wunschgewicht erstellt. Liegt allerdings der Verdacht auf eine Essstörung wie Bulimie oder Anorexia nervosa nahe, so sind unbedingt Arzt und Psychotherapeut gefragt. Umfangreiche Informationen zum Thema Essstörungen sind auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu finden.

  • Ernährungsprotokoll: Was, wieviel, wann, mit wem, wie lange, wo wird gegessen?
  • Befragung zu Gewichtsverlauf, Grunderkrankungen, Appetit, Einschränkungen wie Kau- oder Schluckprobleme, Einkaufsverhalten
  • BMI-Bestimmung
  • bioelektrische Impedanzmessung (BIA): Rückschlüsse auf Körperzusammensetzung, Ernährungszustand
  • Fragebögen wie Mini Nutritional Assessment (MNA) bei ungewollter Gewichtsabnahme in kurzer Zeit (> 3 kg in 3 Monaten)
  • Laborwerte (wegen Nährstoffmangel, Schilddrüse, Intoleranzen)

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