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Nachwuchssorgen

Beratung bei Haarausfall

Belege fehlen

Um die Datenlage sämtlicher anderen Topika sieht es eher bescheiden aus. Meist gibt es nur kleine Anwendungsuntersuchungen mit geringer Probandenzahl oder die Präparate wurden nicht hinlänglich auf Wirksamkeit geprüft. Das gilt etwa für den topischen Einsatz des nicht verschreibungspflichtigen Alfatradiols (Ell-Cranell® alpha, Pantostin®). Alfatradiol ist eine Stereoisomer des weiblichen Sexualhormons 17β-Estradiol und wird für die einmal tägliche Applikation bei Frauen und Männern empfohlen. Das gilt auch für ein Arzneimittel aus B-Vitamine, Trockenhefe, Cystin und Keratin (Pantovigar®), traditionell bei diffusem Haarausfall unspezifischer Ursache angewendet.

Neben Pharmaka versuchen sich viele Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt zu positionieren. Da sie mit der Indikation »gegen Haarausfall« nicht werben dürfen, werden »vermutete Hauptwirkmechnismen« postuliert. So gibt es Hinweise auf eine verbesserte follikuläre Vaskularisierung durch Aminexil, Thiocyanat, Mineralien und Nicotinsäureester. Hirse, Soja- oder Weizenkeimextrakte, Biotin, Kieselsäure oder Koffein könnten eventuell das Nachwachsen der Haare fördern. Bei Sägepalmenextrakt, Sitosterol oder Traubensilberkerzenextrakt ist eine Hemmung des DHT denkbar. Für eine Empfehlung im Sinne der evidenzbasierten Medizin ist freilich die Datenlage nicht ausreichend. Doch sind diese Präparate immer einen Versuch wert, und nach drei bis sechs Monaten der Anwendung (aufgrund der Wachstumsdauer des Haares) erscheint zumindest das verbliebene Haar in seiner Struktur gestärkt. Zusätzlicher Beratungstipp: eine milde, schonende Pflege, ohne zu übertreiben.

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