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Wundversorgung

Beratung zum Profilieren

Die Beratung und Versorgung kleinerer Verletzungen gehören fast zum Alltag einer jeden Offizin. Da sind fundierter Rat und Einfühlungsvermögen der PTA gefordert. Denn die richtige Versorgung lässt Wunden schneller heilen. Nachgefragt bei Carolin Kiesewetter, PTA in der Dreitorspitz-Apotheke in Garmisch-Partenkirchen.
Elke Wolf
12.08.2020  13:00 Uhr

Die Tatsache, dass Garmisch-Partenkirchen sommers wie winters eine beliebte Ferienregion ist und sich hervorragend zum Sporteln eignet, beschert der Dreitorspitz-Apotheke so manchen Verletzten. Kiesewetter berichtet von Menschen mit Verletzungen aller Art, etwa Wandersleuten in kurzen Hosen, die gestürzt oder umgeknickt sind, oder Kindern, die sich das Knie aufgeschlagen haben. Auch Brandwunden seien keine Seltenheit. »Abhängig von der Art der Verletzung biete ich Erste Hilfe an und versorge die Wunde. Bei der Erstversorgung etwa von Blasen arbeiten wir gerne mit Hydrokolloidpflastern, um das Prinzip der feuchten Wundheilung zu gewährleisten.«

Kiesewetter, seit 2017 in der öffentlichen Apotheke tätig, sieht die Wundversorgung als gute Indikation, »in der wir uns richtig gut profilieren können. Nach meiner Erfahrung herrschen in diesem Bereich noch zu viele Vorurteile, etwa »Die Wunde braucht Luft« oder »Blasen aufstechen und dann einen Faden durchziehen«. Das Wissen um die feuchte Wundheilung ist noch nicht in der breiten Masse angekommen. Das zeigt sich jeden Tag aufs Neue, da haben wir noch viel zu tun.«

Die Apothekenmitarbeiter sollten laut Kiesewetter auch dafür sensibilisieren, die Zusammensetzung der Hausapotheke auf aktuellem»„Verbands«-Stand zu halten. »Und dazu gehören nun mal sterile Kompressen, Wunddesinfektionsmittel, Hydrokolloidpflaster, Stützverbände oder ein Wund- und Heilgel oder eine Brandsalbe.«

Die Versorgung von Wunden in der Apotheke hat natürlich seine Grenzen. »Auch das Entfernen von Zecken ist so ein Fall. Das dürfen wir nicht, obwohl uns Kunden das ein oder andere Mal darum bitten«, berichtet die PTA. »Bei den Auflagen für schwerere Wunden ist die Apotheke eher eine durchlaufende Station und es wird das abgegeben, was der Arzt oder die Wundzentren verordnen.« Hier sieht Kiesewetter die Herstellerfirmen in der Pflicht, genauestens über ihre Produkte zu informieren. »Man braucht die Schulung, weil man das Thema eben nicht jeden Tag in der Offizin hat.« Kiesewetter lobt die Videos, die Webinare und Schulungen, mit denen die Firmen Aufklärung betreiben und ihre Produkte genau vorstellen. Nur so könne man den Unterschied der verschiedenen Auflagen auch verstehen. »Insgesamt muss die Schulung noch gezielter werden, damit auch das Wundmanagement besser funktioniert.«

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