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Krankheitsmanagement

Beschwerdefrei trotz Asthma

Asthma bronchiale kann Betroffene im Alltag stark einschränken. Dass das nicht sein muss, weiß Asthmatrainerin Gabriele Wiener-Hemme. Anlässlich des heutigen Welt-Asthma-Tages erklärte sie, wie ein weitgehend beschwerdefreies Leben mit der Erkrankung gelingen kann.
Katja Egermeier
03.05.2022  15:00 Uhr

Mehr als zwei Millionen Kinder in Deutschland leiden der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS-Studie) zufolge an einer allergischen Erkrankung wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma bronchiale. Bei den Erwachsenen sind 6,2 Prozent betroffen. Damit ist Asthma nach Adipositas die häufigste körperliche chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter, wie Wiener-Hemme in ihrem Vortrag beim Online-Asthmatag des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) erklärte. 

Ein Leben mit Asthma bedeute nicht zwangsläufig ein Leben mit andauernden Einschränkungen. »Beschwerdefreiheit ist grundsätzlich möglich«, so Wiener-Hemme. Um gut mit der Erkrankung umgehen zu können, erfordere es jedoch ein gutes Asthma-Management.  Dazu gehört aus Sicht der Expertin – gleich nach der ärztlichen Diagnose – der Therapieplan. Dieser ist immer dreigliedrig und setzt sich zusammen aus:

  1. Dauertherapie (Medikamente, die täglich inhaliert werden)
  2. Bedarfstherapie (bei leichten Beschwerden oder zu erwartenden Beschwerden, zum Beispiel vor dem Sport)
  3. Notfalltherapie (bei plötzlicher Atemnot)

Ebenso bedeutend ist Wiener-Hemme zufolge das Selbstmanagement. Betroffene sollten sich gut mit der Erkrankung auskennen und wissen, welche Maßnahmen sie generell und in Notfällen ergreifen können. Das umfasst aus Sicht der Asthma-Spezialistin:

  • Richtig inhalieren
    Asthmatiker sollten die  Anwendung der richtigen Inhalationstechnik für das jeweilige vom Arzt verschriebenen Inhalationsgerät beherrschen.
  • Beobachtung der Körperwarnsignale (Lungendetektiv)
    Ist die Atmung überhaupt eingeschränkt? Gibt es Atemgeräusche? Habe ich Luftnot?
  • Peak-Flow-Messung
    Diese misst den Wert der größten Strömungsgeschwindigkeit der Luft während einer schnellen, starken Ausatmung.
  • Führen eines Asthmatagebuchs
  • Notfallvermeidungsplan kennen (siehe Kasten)
  • Asthmakontrolltest
    Treten Beschwerden tagsüber oder nachts auf? Wie häufig wird das Bedarfsmedikament benötigt? Wie sehr schränkt das Asthma im Alltag ein?
  • Strategien für den Alltag

Strategien für den Alltag gebe es viele. Besonders wichtig ist Wiener-Hemme beispielsweise die Bewegung: »Treiben Sie unbedingt Sport.« Das sei extrem hilfreich, um beispielsweise die Grenze zum Belastungsasthma herabzusetzen. Daneben sollten Asthma-Auslöser und Infekte vermieden und das kostenlose Disease-Management-Programm (DMP) der Krankenkassen in Anspruch genommen werden. Dieses biete ein strukturiertes Behandlungsprogramm, das unter anderem die Teilnahme an zahlreichen kostenfreien Asthma-Schulungen ermöglicht. Schließlich könne auch über eine Rehabilitationsmaßnahme nachgedacht werden.

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