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Psoriasis

Bessere Therapie dank Biologika

Bei Psoriasis, der Schuppenflechte, fallen die typischen Hautveränderungen oft gleich ins Auge: rote, schuppende Plaques, etwa an den Ellenbogen, Knien und auf dem Kopf. Doch die Erkrankung ist mitnichten auf die Haut beschränkt, sondern wird heute als komplexe Systemerkrankung gesehen. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich dank der Einführung verschiedener Biologika in den vergangenen Jahren stetig verbessert.
Verena Schmidt
09.08.2019
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Die Haut besteht aus vielen Millionen Hautzellen, die sich normalerweise innerhalb von drei bis vier Wochen erneuern. Bei Psoriasis-Patienten ist dieser Zeitraum auf wenige Tage verkürzt. Die Folge: Die Zellen der obersten Hautschicht wandern viel schneller an die Hautoberfläche und bilden dort trockene silbrig-glänzende Schuppen auf roten Hautstellen, die teils stark jucken können. Die scharf abgegrenzten Psoriasis-Plaques befinden sich typischerweise zunächst auf der Kopfhaut, hinter den Ohren, auf Ellenbogen, Knien oder dem Gesäß. Unbehandelt kann sich die Schuppenflechte immer weiter ausbreiten und etwa auch den Genitalbereich sowie Finger- und Fußnägel befallen.

Die Psoriasis vulgaris ist nach der Neurodermitis die häufigste chronische Hauterkrankung. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, Frauen und Männer etwa gleich häufig. Die meisten Patienten erkranken vor dem 40. Lebensjahr (Typ-1-Psoriasis), es gibt aber auch einen zumeist milderen Spättyp (Typ-2-Psoriasis), der im Alter von 50 bis 60 Jahren ausbricht.

Veranlagung plus Trigger

Wie genau die Schuppenflechte entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass es eine genetische Veranlagung gibt, dazu kommen endogene und/oder exogene Triggerfaktoren, die zum Ausbruch der Erkrankung führen beziehungsweise im späteren Verlauf Schübe verursachen können. Die Liste dieser Provokationsfaktoren ist lang. Lokale Trigger können beispielsweise Verletzungen, UV-Exposition (Sonnenbrand), eine allergische Kontaktdermatitis oder eine zu häufige, intensive Hautreinigung sein. Systemische Risikofaktoren sind Infekte, Alkohol, psychische Belastungen und Stress, aber auch die Einnahme von Medikamenten. Hier sind unter anderem ACE-Hemmer, Betablocker, Chloroquin und Lithium zu nennen.

Sind gut sichtbare Hautareale betroffen, belastet das die Patienten meist sehr. Sie fühlen sich entstellt, und unwissende Mitmenschen ekeln sich nicht selten vor ihnen, obwohl die Autoimmunerkrankung nicht ansteckend ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass junge Menschen mit Schuppenflechte verminderte Chancen im Berufsleben und bei der Partnerwahl haben. Laut einer großen 2006 veröffentlichten Studie mit mehr als 15.500 Teilnehmern aus 15 EU-Ländern empfinden rund 80 Prozent der Patienten die Hauterscheinungen als peinlich. Mehr als die Hälfte der Patienten entwickelt sogar eine Depression.

Dazu kommt, dass sich die Symptome oft nicht auf die Haut beschränken. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter einer weiteren Erkrankung, häufig einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Auch ein metabolisches Syndrom, also Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Bluthochdruck, ist bei den Patienten verstärkt anzutreffen.

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