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Zwischen den Extremen
Bipolare Störung behandeln

Aufklärung gegen Ängste

In der depressiven Phase erhalten die Patienten in der Regel ein Antidepressivum wie Fluoxetin, Sertralin, Imipramin, Venlafaxin oder Bupropion. Es wird häufig mit einem Stimmungstabilisierer oder einem atypischen Neuroleptikum kombiniert.

Bei sehr schweren Krankheitsverläufen gilt die Elektrokrampftherapie (EKT) als die wirksamste Methode, vor allem dann, wenn ein hohes Suizidrisiko besteht oder Patienten nicht (mehr) auf Medikamente ansprechen. Die EKT erfolgt unter kurzer Vollnarkose. Mit zwei Elektroden wird ein 20 bis 40 Sekunden dauernder Krampfanfall ausgelöst. Diese Stimulation des Nervensystems setzt unter anderem große Mengen Dopamin und Serotonin frei, die die Stimmung stabilisieren können. Die EKT wird als Serie von sechs bis zwölf Behandlungen durchgeführt. Die Ansprechraten liegen oft deutlich höher als bei einer Pharmakotherapie.

Dennoch haben viele Patienten und Angehörige Vorbehalte. Deswegen ist eine ausführliche Aufklärung wichtig sowie gründliche Voruntersuchungen, um kein Risiko einzugehen. Als Nebenwirkungen können kurzzeitige Störungen des Kurzzeitgedächtnisses auftreten. Auch kann eine kurzfristige hypomane oder manische Phase ausgelöst werden. Vital bedrohliche Zwischenfälle sind allerdings extrem selten.  Weitere Verfahren in der Erprobung sind andere Hirnstimulationsverfahren, Licht-, Dunkel- und Schlafenzugstherapie. 

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