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Als Arzneimittel registriert

Blasentang zum Abnehmen

Meeresalgen können aufgrund ihres hohen Jodgehalts die Schilddrüse anregen und so beim Abnehmen helfen. Ein entsprechendes Präparat hat jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als traditionelles Arzneimittel registriert.
Annette Mende
11.06.2019
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Das neue Präparat hat noch keinen Handelsnamen; es läuft beim Hersteller Diapharm momentan unter dem Namen Fucus. Laut Diapharm ist es das erste Mittel, das vom BfArM die Registrierung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Ergänzung einer Gewichtsreduktionsdiät bei übergewichtigen Erwachsenen erhielt. Jede Filmtablette enthält 130 mg Blasentang (Fucus vesiculosus). Empfohlen wird die Einnahme von zweimal täglich einer Filmtablette, jeweils zwei Stunden vor den Mahlzeiten.

In Großbritannien und Frankreich seien pflanzliche Arzneimittel mit Blasentang zur Gewichtsreduktion schon seit Jahrzehnten bekannt, so Diapharm in einer Mitteilung. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln. Das Wirkprinzip ist stets dasselbe: Durch den hohen Jodgehalt werden die Schilddrüse und in der Folge der Stoffwechsel angeregt. Eine Tagesdosis Fucus enthält laut Diapharm bis zu 210 µg Jod. Deshalb müssen vor der Einnahme auch Erkrankungen der Schilddrüse und andere schwerwiegende Grunderkrankungen ausgeschlossen sein. Dieser wichtige Beratungshinweis darf in der Apotheke weder bei der Abgabe von Fucus noch von Nahrungsergänzungsmitteln mit Algen fehlen.

Diapharm vertreibt selbst keine Arzneimittel, sondern lizensiert erteilte Registrierungen inklusive des Dossiers an Arzneimittelfirmen mit eigenen OTC-Marken in Deutschland und ganz Europa. Auf der Website des Unternehmens werden aktuell neben dem Fucus-Präparat noch Filmtabletten mit 400 mg Capsella bursae pastoris zur Reduktion starker Menstruationsblutungen sowie Filmtabletten mit 250 mg Achillea millefolium zur symptomatischen Behandlung leichter Krämpfe während der Menstruation angeboten.

»Pflanzliche Arzneimittel haben häufig eine regionale Tradition«, erläutert Dr. Rainer Kolkmann von Diapharm in der Mitteilung. Die Firma nutze konsequent die Möglichkeiten, solche Arzneimittel aufzuspüren, europaweit zuzulassen und bekanntzumachen. In 23 Ländern habe das Unternehmen bereits mehr als 500 solcher Arzneimittelregistrierungen und Zulassungen begleitet.

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