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Notaufnahme

Blinddarmentzündung oft nicht erkannt

Eine Blinddarmentzündung gehört zu den häufigsten Erkrankungen, die in der Notaufnahme übersehen werden können. Eine Studie in JAMA Network Open hat nun nach möglichen Ursachen gesucht.
Elke Wolf
04.05.2020  13:00 Uhr

Professor Dr. Prashant Mahajan von der Universität Michigan hat mit seinem Team Versicherungsdaten von rund 124.000 Patienten mit diagnostizierter Appendizitis untersucht. Dabei wurde bei 6,0 Prozent der Erwachsenen und 4,4 Prozent der Kinder die Diagnose einer Blinddarmentzündung nicht beim ersten Besuch in der Notaufnahme gestellt, sondern erst bei wiederholten Besuchen und gleicher Symptome. Die Zahlen stimmen mit früheren Untersuchungen überein, die die Häufigkeit von verpassten Diagnosen bei Kindern auf 3,8 bis 15,0 Prozent und bei Erwachsenen mit 5,9 bis 23,5 Prozent beziffert hatten.

Nach der Analyse können Notfallärzte die Diagnose einer Appendizitis verpassen, weil die Beschwerden wie Bauchschmerzen, Obstipation, Übelkeit und/oder Erbrechen, Fieber oder Durchfall häufig unspezifisch sind. So sei eine häufige Fehldiagnose eine Obstipation. Laut Studienergebnis beschränken sich die Ärzte dann häufig auf eine Röntgenaufnahme und verordnen ein Laxans. Auf eine eingehende körperliche Untersuchung und auf eine Computertomografie (CT) wird häufig verzichtet. Letztere ist besonders bei Kindern wegen des Strahlenrisikos nur Methode der zweiten Wahl. Zu den Personengruppen, bei denen eine Appendizitis häufiger übersehen wurde, gehörten Frauen und Mädchen. Hierbei ordneten die behandelnden Ärzte die Beschwerden eher gynäkologischen Erkrankungen oder Harnwegsinfektionen zu.

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