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OTC-Beratungscheck

Butylscopolamin

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten OTC-Präparaten für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Butylscopolamin.
Verena Schmidt
06.09.2021  16:00 Uhr

Arzneistoffgruppe

Spasmolytika

Präparate

zum Beispiel: Buscopan® Dragees

Indikation

Leichte bis mäßig starke Spasmen des Magen-Darm-Traktes, spastische Abdominalbeschwerden beim Reizdarmsyndrom

Dosierung/Anwendung

  • Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren: 3x täglich 1 bis 2 Dragées (Einzeldosis: 10 bis 20 mg, maximale Tagesdosis: 60 mg)
  • Nur nach ärztlicher Abklärung länger als 5 Tage einnehmen

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht bei: mechanischen Stenosen des Magen-Darm-Trakts, paralytischem oder obstruktivem Ileus, Megakolon, Harnverhaltung bei subvesikaler Obstruktion (zum Beispiel Prostataadenom), Engwinkelglaukom, Tachykardie und Tachyarrhythmie, Myasthenia gravis

Arzt aufsuchen, wenn schwere abdominelle Schmerzen persistieren oder sich verschlimmern oder zusammen mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Veränderungen der Darmmotilität, abdomineller (Druck-)Empfindlichkeit, Blutdruckabfall, Ohnmacht oder Blut im Stuhl auftreten.

Nebenwirkungen

Gelegentlich: Hautreaktionen wie Urtikaria, Pruritus, Tachykardie, Blutdruckabfall, Schwindel, Mundtrockenheit, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, trockene Haut, Müdigkeit

Wechselwirkungen

Die Wirkung anderer Anticholinergika (zum Beispiel Tiotropium, Ipratropium, Atropinartige Verbindungen) sowie von Amantadin, tri- und tetrazyklischen Antidepressiva, Chinidin, Antihistaminika, Antipsychotika, Disopyramid kann durch Butylscopolamin verstärkt werden, ebenso die tachykarde Wirkung von Beta-Sympathomimetika (zum Beispiel Salbutamol, Formoterol, Clenbuterol).

Die gleichzeitige Therapie mit Dopamin-Antagonisten (zum Beispiel Metoclopramid, Domperidon) kann zu einer gegenseitigen Abschwächung der Wirkung auf die Motilität des Magen-Darm-Trakts führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Eine teratogene Wirkung wurde bisher nicht nachgewiesen und ist aufgrund der langen Markterfahrung unwahrscheinlich.

Fetotoxische Effekte wurden bisher nicht beschrieben.

Butylscopolamin ist bei strenger Indikationsstellung in der gesamten Schwangerschaft das Spasmolytikum der Wahl (Arzt befragen!).

Butylscopolamin kann in der Stillzeit angewendet werden. Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Bisher wurden keine negativen Auswirkungen beim Kind durch die Gabe anticholinerger Mittel an die stillende Mutter beschrieben.

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