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Beliebte Schalenfrucht

Cashewkerne – mehr als nur Knabberspaß

Wer möchte wohl gerne eine Elefantenlaus knabbern? Hinter der ungewöhnlichen Bezeichnung verbirgt sich der essbare Kern der Cashewfrucht. Mit reichlich Nährstoffen, mildem Geschmack und überraschender Vielfalt im Produktangebot bereichern Cashewkerne die gesunde Küche.
Ulrike Becker
10.08.2021  12:00 Uhr

Weltweit steigt die Nachfrage nach Cashewfrüchten. Üblicher ist die Bezeichnung Cashewnuss. Botanisch gesehen handelt es sich allerdings nicht um eine echte Nuss. Vielmehr zählt die verhärtete nierenförmige Frucht zu den Schalenfrüchten. Das Besondere an ihrem Erscheinungsbild: Sie befindet sich an der Unterseite des Cashewapfels, einer sogenannten Scheinfrucht, die eigentlich ein Fruchtstiel ist. Der an eine Birne oder Paprika erinnernde Stiel ist stark verdickt und sehr viel größer als die eigentliche, nur etwa drei Zentimeter große dickschalige Frucht. Nach der Ernte lässt sich der nierenförmige Cashewkern aus der harten Ummantelung nur mit Mühe herausschälen. Die Anmutung als Anhängsel hat der ungewöhnlichen Frucht den Namen Elefantenlaus eingebracht.

Im Zuge der Erfolgsgeschichte einer zunehmend pflanzenbasierten Kost hat sich die Nachfrage nach Cashewnüssen enorm gesteigert. Laut Zahlen der Statistikplattform statista.com wurden im Jahr 2019 weltweit rund 3,96 Millionen Tonnen Cashewnüsse geerntet; Deutschland importierte etwa 60.000 Tonnen Cashews – fast dreimal so viele wie 2009. Der Wert für 2020 ist schon wieder etwas angestiegen.

Ursprung in Südamerika

Der immergrüne Cashewbaum (Anacardium occidentale) – auch Nieren-, Kaschu- oder Acajoubaum genannt – stammt ursprünglich aus Brasilien. Von dort nahmen portugiesische Seefahrer das Gewächs mit nach Afrika und Indien. Thailänder bezeichnen den mit Mango und Pistazie verwandten Baum auch als »Mango des Waldes«. Die ersten Plantagen für den gewerbsmäßigen Anbau wurden im 19. Jahrhundert angelegt. Für den Handel am Weltmarkt spielen heute Afrika und Asien, vor allem die Elfenbeinküste und Indien, die größte Rolle. Auch Indonesien und Vietnam setzen aufgrund steigender Nachfrage zunehmend auf die Cashewproduktion, andere afrikanische und asiatische Länder bauen nur kleinere Mengen an. Ein Cashewbaum bringt nach etwa drei Jahren das erste Mal Früchte hervor; erst nach sieben Jahren hat er seine maximale Tragkraft erreicht. Dann produziert er in einer Saison bis zu 15 Kilogramm an Kernen. Pro Cashewapfel kann immer nur ein einziger Kern geerntet werden. Bis heute wird der bis zu zehn Meter hohe Baum auch dazu genutzt, bestimmte Regionen vor Bodenerosion zu schützen. Denn er wurzelt tief und breit, kommt mit wenig Wasser aus und stellt nur wenig Ansprüche an Standort und Pflege.

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