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Arzneipflanzenporträt

Chinarindenbaum

Cinchona pubescens (Synonym: Cinchona succirubra) aus der Familie der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) ist auch unter den Namen roter Chinarindenbaum, Fieberrindenbaum oder Perurinde bekannt. Er kommt zum Einsatz bei  Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden sowie Blähungen und Völlegefühl.
Annette Immel-Sehr
16.08.2019
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Merkmale

  • 8 bis 15 m hoher immergrüner Baum mit dicht belaubter rundlicher Krone
  • dicht behaarte Zweige
  • Rinde mit rotbrauner, stark rissiger Borke
  • etwa 20 cm lange und 12 cm breite eiförmige gegenständige Blätter, stumpfkantig
  • hellrosa Blüten aus seidig behaarten Kronröhren, dichtgedrängt in endständigen und blattachselständigen Rispen stehend
  • Kapsel mit geflügelten Samen als Frucht

Heimat

  • Zentralamerika
  • Hauptanbaugebiete sind Indien, Java und China

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Stamm-, Ast- und Zweigrinde (Chinae cortex)

Inhaltsstoffe

  • Indolalkaloide (Hauptalkaloide Chinin und Chinidin)
  • Catechingerbstoffe
  • Bitterstoffe vom Triterpentyp (Chinovoside)

Anerkannte medizinische Anwendung

  • Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl (Kommission E)

Empfohlene Dosierung

  • 2- bis 3-mal täglich 1 Tasse Chinarindenteeaufguss 30 Minuten vor der Mahlzeit trinken
  • bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten eine Tasse trinken

Nebenwirkungen

  • erhöhte Blutungsneigung möglich
  • bei hohen Mengen: kardiale Reizleitungsstörungen
  • allergische Reaktionen

Wechselwirkungen

Wirkungsverstärkung von blutgerinnungshemmenden Mitteln möglich

Kontraindikationen

  • Magen- und Darmgeschwüre
  • Schwangerschaft, Stillzeit und Alter unter 12 wegen fehlender Daten zur Unbedenklichkeit

Zubereitung

1 g fein geschnittene Chinarinde mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen.

Gegen Fieber und Malaria

Früher wurde Chinarinde vor allem gegen Fieber eingesetzt (Fieberrindenbaum). Heute hat die Droge keine Bedeutung mehr als Antipyretikum. Nach wie vor ist Chinin jedoch ein wichtiger Arzneistoff zur Therapie der Malaria. Tropenmedizinische Spezialzentren verabreichen Chinin bei Patienten mit komplizierter Malaria tropica. Eine Zulassung hat Chinin in Deutschland allerdings nur in niedriger Dosierung zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelkrämpfen, etwa bei nächtlichen Wadenkrämpfen (Handelsname: Limptar).

Die Bitterstoffe der Rinde werden als Zusatz für Tonicwässer genutzt. Lange gehörte Tonic Water zum Standardgetränk vieler Europäer in den Kolonien und diente dort der Malaria-Prophylaxe. Dazu musste Tonic Water, das damals noch einen höheren Chiningehalt aufwies, regelmäßig getrunken werden.

Beispiele für Monopräparate

Chinarinde Kräuteressenz Apozen Vertriebs GmbH

Beispiele für Kombipräparate

Amara Pascoe Tropfen

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