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Impfschutz

Corona-Impfstoffe versus Delta-Variante

Die niedrigen Inzidenzen in Deutschland sind Grund zur Freude und ermöglichen mehr Normalität. Es gibt jedoch einen Wermutstropfen – die Delta-Variante, die sich in anderen Ländern wie dem Vereinigten Königreich bereits verbreitet. Entscheidend ist das Impftempo. Aber wie gut wirken die Impfungen gegen die Corona-Variante?
PZ/Aponet
28.06.2021  15:00 Uhr

Experten haben Sorge, dass der Anteil der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante weiter zunimmt. Um die Ausbreitung möglichst gering zu halten, ist relevant, dass viele Menschen schnell vollständig geimpft werden.

Laut dem Virologen Professor Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité ist Delta vermutlich keine Mutation, die den durch eine Impfung oder eine durchgemachte Infektion erworbenen Immunschutz stark unterläuft, wie es etwa die Gamma-Variante aus Brasilien tut. Dabei ist vor allem die zweite Impfdosis entscheidend: Daten der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zeigten, dass der Impfschutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf bei Delta erst nach der zweiten Impfung bei 94 Prozent liege. Das gelte für den mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer und den Vektorimpfstoff Vaxzevria gleichermaßen. Nach der ersten Impfdosis liege der Schutz einer vorläufigen britischen Studie zufolge jedoch nur bei knapp 34 Prozent.

Einmal-Impfstoff von Janssen könnte weniger gut schützen

Für den Janssen-Impfstoff wurden noch keine Wirksamkeitsdaten bezüglich der Delta-Variante vorgelegt. Er ist jedoch mit der Vakzine von AstraZeneca vergleichbar, weil es sich ebenfalls um einen Vektorimpfstoff handelt. Bei dem Janssen-Impfstoff wird aktuell nur eine Dosis verimpft, um laut Zulassung den »vollen Schutz« zu erhalten. Dieser liegt laut Studien der Hersteller 14 Tage nach der Impfung nur bei 65 Prozent. Für die Delta-Mutation könnte die Schutzwirkung noch deutlich geringer ausfallen. Es ist gut möglich, dass der Impfstoff bei zwei Gaben besser schützt – so wie die zweimalige Gabe von AstraZeneca. Dies wird bereits in Studien untersucht.

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