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TK-Gesundheitsreport

Corona-Situation belastete einige mehr, andere weniger

Wie sich die Corona-Pandemie auf das psychische Befinden auswirkt, ist ganz unterschiedlich. Während die einen zermürbt sind, spüren andere eine geringere Belastung. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, wie es vielen Menschen während der Pandemie erging.
dpa
28.06.2021  12:00 Uhr

Fehlende soziale Kontakte und die Angst um Angehörige haben viele Menschen in Deutschland in der Corona-Pandemie zunehmend zermürbt. Rund 42 Prozent fühlten sich während des zweiten bundesweiten Lockdowns im März 2021 stark oder sehr stark von der Corona-Situation belastet. Im Mai 2020 waren es 35 Prozent gewesen.

Das zeigt ein am vergangenen Mittwoch veröffentlichter TK-Gesundheitsreport. Rund 89 Prozent gaben demnach im März an, Treffen mit Verwandten oder Freunden zu vermissen. Angst, dass Angehörige oder Freunde an Covid-19 erkranken, empfanden laut der Forsa-Umfrage 60 Prozent.

Vor einer eigenen Infektion hatten nur 26 Prozent Angst. Knapp 17 Prozent gaben an, Angst vor einer Corona-Impfung zu haben. 18 Prozent sagten andersherum, sie hätten Sorge, nicht rechtzeitig eine Impfung angeboten zu bekommen. 11 Prozent der Erwerbstätigen hatten Angst um den Arbeitsplatz – 89 Prozent teilten dieses Gefühl nicht.

Mehr Zeit für sich

Viele Menschen in Deutschland kamen recht gut mit der Corona-Situation zurecht. So sagten 48 Prozent der Frauen, sie fühlten sich nur ein wenig belastet. 8 Prozent fühlten sich gar nicht belastet. Bei den Männern zeigten sich 42 Prozent ein wenig und 18 überhaupt nicht belastet.

Mehr als die Hälfte der Menschen hatte nach eigenen Angaben auch das Gefühl, aktiv etwas Positives für sich in Pandemiezeiten tun zu können. 72 Prozent gaben an, sie könnten sich in der schwierigen Zeit hundertprozentig auf den Partner oder die Partnerin verlassen.

Doppelbelastung für Eltern

»Bei den Erwerbstätigen sind es vor allem Eltern im Homeoffice, die durch die Doppelbelastung von Arbeit und Kinderbetreuung vor einer besonders großen Herausforderung standen«, stellte TK-Chef Jens Baas fest. So fühlte sich mehr als die Hälfte der befragten Erwerbstätigen im Homeoffice mit mindestens einem Kind im Haushalt im März 2021 von der Corona-Situation stark oder sehr stark belastet. Im Mai vergangenen Jahres waren es 45 Prozent gewesen. Bei den kinderlosen Berufstätigen im Homeoffice veränderte sich der Belastungsgrad nicht – er lag jeweils bei 31 Prozent.

Der Chemnitzer Arbeitspsychologe Bertolt Meyer, der an einer Studie für den Gesundheitsreport mitgearbeitet hatte, wies darauf hin, dass es vielen durch den Lockdown über einen langen Zeitraum nicht möglich gewesen sei, ihre Energiereserven durch positive Eindrücke wie Treffen im Freundeskreis, Sport, Kultur oder Reisen wieder aufzufüllen.

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