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Krebsrisiko

Darmkrebs: Nicht allein die Gene

Die Rolle der Gene bei familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko wurde bislang überschätzt. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in einer aktuellen Studie.
Annette Immel-Sehr
24.10.2019  09:00 Uhr

Hermann Brenner und Korbinian Weigl und ihr Team werteten in einer Fall-Kontroll-Studie die Daten von 7927 Probanden aus (4447 Patienten mit Darmkrebs und 3480 Gesunde). »Wir haben eine neue Berechnungsmethode entwickelt, die nicht von vornherein von der Grundannahme ausgeht, dass das familiäre Risiko komplett durch die Genetik bedingt ist«, erklärt Brenner. Während bisherige Berechnungen den bislang bekannten Genvarianten einen Anteil von 10 bis 23 Prozent am familiär erhöhten Darmkrebsrisiko zusprachen, kommen die neuen Berechnungen nur auf 5 bis 14 Prozent.

Die Ergebnisse passen gut zu denjenigen einer anderen DKFZ-Studie. Dabei hatte sich gezeigt, dass bei Halbgeschwistern von Darmkrebspatienten das Erkrankungsrisiko genauso erhöht ist wie bei »echten« Geschwistern. Das legt nahe, dass gemeinsame Lebensstilfaktoren wie Ernährungsgewohnheiten, Rauchen oder Bewegungsmangel eine deutlich größere Rolle spielen als bisher angenommen.

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