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Globale Gefahr

Das bedeutet Internationaler Gesundheitsnotstand

Es bedarf schon eines schwerwiegenden Ereignisses, bevor die Weltgesundheitsorganisation WHO – wie gerade für die Ebola-Epidemie im Kongo geschehen – den Internationalen Gesundheitsnotstand ausruft.
Katja Egermeier
19.07.2019  09:00 Uhr

Ein solcher »Public Health Emergency of International Concern« (PHEIC) setzt laut Definition der WHO eine Situation voraus, die »ernst, ungewöhnlich oder unerwartet ist, Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit über die Landesgrenze des betroffenen Staates hinaus hat und möglicherweise sofortiges internationales Handeln erfordert«. Die Eskalationsstufe soll bei Ausbrüchen gefährlicher Krankheiten robustere Anstrengungen der Weltgemeinschaft zu Beendigung der Krise auslösen.

Die WHO kann die Ausrufung des Gesundheitsnotstands also auch dazu nutzen, um eine internationale Reaktion hervorzurufen. So wie im aktuellen und insgesamt erst fünften Fall in der Geschichte der WHO: Die Ausrufung soll den Kampf gegen Ebola im Kongo verschärfen, auch wenn zurzeit keine Gefahr für eine globale Ausweitung der Seuche besteht. Sofort zu ergreifende Maßnahme könnten in diesem Fall etwa die bessere Ausstattung von Behandlungszentren und die Ausbildung weiterer Hilfskräfte sein.

Ob ein Vorfall als Internationaler Notfall eingestuft wird, entscheidet der Generaldirektor der WHO unter Einberufung eines Sachverständigenausschusses, der aus internationalen Experten besteht. Dieser berät den Generaldirektor über die empfohlenen Sofortmaßnahmen. Die Staaten sind gesetzlich verpflichtet, umgehend auf die Notstands-Ausrufung zu reagieren. 

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