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Offene Fragen zur Pandemie

Das Coronavirus – was noch alles ungeklärt ist

Tausende Wissenschaftler widmen sich derzeit dem Coronavirus, um den Erreger und seine Folgen besser zu verstehen. Man weiß schon recht gut, wie SARS-CoV-2 übertragen wird, welche Situationen für Ausbrüche sorgen können und sammelt täglich Erfahrungen bei der Behandlung von Erkrankten. Trotzdem liegt noch einiges im Dunklen. Was sind für Ärzte, Wissenschaftler und andere Experten die drängendsten Fragen, die geklärt werden sollten?
dpa
19.08.2020  17:17 Uhr

Prävention

Angesichts steigender Fallzahlen auch in Deutschland sind solche Erkenntnisse extrem wichtig. Weltweit gibt es zahlreiche Impfstoff-Kandidaten. Russland verkündete kürzlich die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung. Aber welche Impfung wird sich als der Königsweg erweisen? Diese Frage wird sich laut dem Infektiologen Bernd Salzberger in den nächsten Wochen und Monaten klären. »Wenn diese Frage gelöst ist, sind fast alle anderen Fragen zweitrangig.«

Sollte sich ein Impfstoff wider Erwarten verzögern, rechnet der Experte des Universitätsklinikums Regensburg damit, dass mögliche Zusatz-Schutzvorkehrungen in den Vordergrund rücken, etwa für die Belüftung von Klassenzimmern.

Corona-Tests

Immer weiter wurden die Testkapazitäten in Deutschland ausgebaut und Testangebote erweitert. Für den Epidemiologen Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig wird das allein aber kaum helfen: «Wir müssen daran arbeiten, Tests fokussierter einzusetzen.» Es müsse zum Beispiel besser priorisiert werden, wer, zu welchem Zeitpunkt und wie oft getestet wird.

Laborergebnisse müssten außerdem schneller zu den Gesundheitsämtern gelangen. Krause sieht das Risiko, dass massenhaft anlasslose Tests dazu führen könnten, dass etwa Kranke, Menschen nach Risikokontakten und medizinisches Personal länger als früher auf ihre dringend benötigten Testergebnisse warten müssen, weil deren Bearbeitung in Konkurrenz zu den anderen weniger dringlichen Tests stehen.

Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, betonte, eine verbindliche Priorisierung bei der Testung auf das Virus sei unerlässlich. «Bei Menschen mit Symptomen und im Gesundheitswesen sind Tests zwingend notwendig.» Brysch fordert zudem wöchentlich vorsorgliche Tests in allen Heil- und Pflegeberufen.

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