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Rezept per Klick

Das Hin und Her um Online-Verschreibungen

Viele Apotheker sehen das kritisch, waren doch Kassenrezepte über Rx eine der letzten Bastionen, für die Patienten gern ortsnahe Apotheken besuchten. Sollten auch die restlichen Telemedizin-Anbieter eine Rezepterstattung durch die Kassen erreichen – was mit Blick auf das geplante flächendeckende E-Rezept nicht unwahrscheinlich ist – könnte das die Vor-Ort-Apotheken viele Patientenbesuche kosten. Zwar bieten viele Telemedizin-Unternehmen inzwischen auch an, Rezepte an Apotheken in Wohnortnähe weiterzuleiten. Doch das klappt in der Praxis nicht immer. Auch sind nicht alle Apotheken mit allen Anbieterportalen vernetzt. Einfacher und schneller für den Patienten ist oft der Klick auf die Option »Lieferung per Post«.

Diese Option führt die Telemedizin-Kunden weg von der ortsnahen Apotheke hin zur Versandapotheke. Die Telemedizin-Anbieter kooperieren inzwischen alle mit den großen Versendern: Sprechstunde-Online mit Shop Apotheke, Kry mit Apologistics, Doc Morris hat Teleclinic gleich ganz gekauft. Ziel der Unternehmen scheint es zu sein, Patienten ein möglichst unkompliziertes Gesamtpaket anzubieten, in dem Arztgespräch und Rezeptversand aneinandergekoppelt sind und den Kunden wenig Zeit kosten.

Einzelne Apotheker sind bereits per Gericht gegen diese Entwicklung vorgegangen. Tatsächlich urteilte ein Bayerisches Landgericht im vergangenen Jahr, dass Telemedizin-Anbieter Rezepte nur ausgeben dürfen, wenn sie auch in allen deutschen Apotheken einlösbar sind. In Zeiten, in denen das E-Rezept auf dem Vormarsch ist und es für Patienten immer attraktiver wird, Arztbesuch und Medikamentenkauf in einem Aufwasch zu erledigen, werden Urteile wie diese den Trend jedoch höchstens verzögern, nicht aber aufhalten können.

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