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Anxiolytika

Das ideale Mittel gibt es nicht

Sollen Senioren Anxiolytika bekommen, ist besondere Sorgfalt bei der Auswahl geboten. Benzodiazepine sind aus den genannten Gründen nicht Mittel der Wahl. Das Gleiche gilt für TZA, da ältere Menschen für unerwünschte Effekte, vor allem anticholinerge Nebenwirkungen und Herz-Kreislaufwirkungen, empfindlicher sind.

Generell gilt gerade bei Senioren, dass bei der Wahl eines geeigneten Anxiolytikums weitere Erkrankungen und Medikationen sowie die Gesamtsituation zu betrachten sind. Allgemein gelten SSRI, Buspiron und Moclobemid als relativ sicher.

Zurückhaltend sollten Ärzte auch sein, wenn Kinder oder Jugendliche eine Angststörung entwickeln. »Die jungen Menschen haben noch viel Lebenszeit vor sich. Wenn sie sich früh daran gewöhnen, bestimmte Medikamente regelmäßig einzunehmen, sind die Folgen gravierender als bei einem alten Menschen«, sagt der Experte. Daher sollte immer eine Psychotherapie Mittel der Wahl sein. In Ausnahmefällen, wenn zum Beispiel Suizidalität besteht, können in angepasster Dosierung für kurze Zeit auch stark wirksame Medikamente gegeben werden.

Wechselwirkungen beachten

Nicht zu vernachlässigen ist, dass Anxiolytika mit zahlreichen anderen Medikamenten zu Wechselwirkungen führen können. So können sich die sedierenden Eigenschaften von Psychopharmaka wie Benzodiazepinen, trizyklischen Antidepressiva, Pregabalin und Opipramol mit der anderer sedierend wirkender Arzneimittel oder Alkohol addieren. Das gilt auch für die anticholinergen Eigenschaften trizyklischer Medikamente bei gleichzeitiger Gabe anderer anticholinerger Wirkstoffe. Trizyklische Antidepressiva wirken blutdrucksenkendend. Sie können die Wirkung anderer blutdrucksenkender Medikamente verstärken. Bei SSRI (und möglicherweise auch SNRI) sollte das Apothekenteam ebenfalls an Wechselwirkungen denken. Sie können bei gleichzeitiger Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR), Thrombozytenaggregationshemmern oder Warfarin eine Blutungsneigung verstärken. Auch mit oralen Kontrazeptiva sind Wechselwirkungen möglich.

Fakt ist: Das ideale Anxiolytikum gibt es nicht. Bei der Wahl sollte der Arzt stets Alter und Präferenzen des Patienten, sein Ansprechen auf vorherige Behandlungsmethoden und natürlich auch potenzielle Risiken wie Neben- und Wechselwirkungen, Kontraindikationen sowie Toxizität bei Überdosierung berücksichtigen. 

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