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Mikrotraumen

Das passiert bei Muskelkater

Will man beim Training zu schnell zu viel, rächt sich das am nächsten Tag: Der Muskel ist druckempfindlich, hart und schmerzt. Lange Zeit galt Laktat als Übeltäter für den Muskelkater. Mittlerweile haben Mediziner Mikrotraumen als Ursache ausgemacht, die entstehen, wenn der Muskel überlastet wird.
Elke Wolf
01.06.2022  12:00 Uhr

Die feinen Risse schmerzen zunächst nicht, denn Schmerzrezeptoren fehlen innerhalb der Muskelfaser. Allerdings werden proinflammatorische Botenstoffe ausgeschüttet, und Flüssigkeit tritt langsam ins Gewebe über. Einerseits bilden sich so nach einigen Stunden Ödeme, die einen Dehnungsschmerz auslösen. Andererseits treffen die Schmerzstoffe erst dann auf Rezeptoren, wenn die Botenstoffe nach und nach aus der Zelle ausgeschwemmt werden. Deshalb tritt der Muskelkater verzögert auf, bis zu 18 Stunden nach der Belastung.

Der Körper braucht mehrere Tage, um die lädierten Stränge zu reparieren. In dieser Zeit ist der Muskel nicht voll belastbar, doch leichte Beanspruchung mit Dehnen und Lockern fördert die Regeneration des Gewebes, weil sie die Durchblutung anregt. Auch Sauna oder ein heißes Bad lindern die Beschwerden. Durchblutungsfördernde Topika unterstützen den Abtransport der Botenstoffe, etwa Arnika- oder Campher-haltige Fluide, Muskelcremes mit ätherischen Ölen wie Rosmarin- oder Fichtennadelöl (wie Doloplant®, Lindofluid®, Allgäuer Latschenkiefer® Arnika Vital Fluid, Retterspitz® Muskelcreme).

Der Muskel bessert in dieser Zeit keineswegs nur die entstandenen Schäden aus. Er reagiert vielmehr äußerst raffiniert auf die Verletzung, bereitet sich darauf vor, dass er künftig vergleichbaren oder noch größeren Belastungen standhalten muss. Dazu stellt er in seinem Inneren neue zusätzliche Eiweißmoleküle her, also Aktin- und Myosinfilamente, die sich ineinanderschieben können und deren Gesamtheit die Kraft des Muskels bestimmt. Letztendlich geht der Muskel also gestärkt aus der Katerstimmung hervor.

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