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2019-nCoV

Das weiß man über das neue Coronavirus

Das neue Coronavirus breitet sich mit einer enormen Dynamik aus, trotz der Gegenmaßnahmen der chinesischen Behörden. Weltweit versuchen Forscher, aus der noch jungen Entwicklung auf möglichst viele Eigenschaften des Erregers zu schließen. Was man weiß und was nicht – ein Überblick.
PTA-Forum/dpa
29.01.2020
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Um welchen Erreger handelt es sich?

Der Erreger 2019-nCoV zählt zu den Coronaviren, die so benannt wurden, weil sie von zackenartigen Strukturen umgeben sind, die einer Krone ähneln. Sieben Vertreter dieser Gruppe verursachen beim Menschen Atemwegserkrankungen. Von dreien davon ist bekannt, dass sie mitunter schwere Symptome auslösen:

• Beim ebenfalls aus China stammenden SARS-Virus (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) wurden in den Jahren 2002/2003 rund 8000 Fälle bekannt, etwa 800 Menschen starben.

• 2012 tauchte in Vorderasien das MERS-Virus (Middle East Respiratory Syndrome) auf. Es ist weniger ansteckend, aber aggressiver: Von rund 2500 Infizierten bis November 2019 starben knapp 860 – etwa jeder dritte.

• Der aktuell kursierende Erreger 2019-nCoV ist sehr eng mit SARS verwandt.

Wie ansteckend ist das neue Coronavirus?

Die Infektiosität des neuen Virus lässt sich bisher nur schwer einschätzen. Angenommen wird, dass das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten, von Mensch zu Mensch übertragen wird. »Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände gibt es eher nicht«, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Vermutet wird demnach derzeit, dass das Virus sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedelt und weniger ausgeprägt in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der es von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase.

Anders als bei dem eng verwandtne SARS-Erreger, der die Pandemie 2002/2003 ausgelöst hatte, wird bei der neuen Variante des Coronavirus jedoch nicht ausgeschlossen, dass Infizierte schon ansteckend sind, wenn bei ihnen noch keine Symptome erkennbar sind.

Eine Studie im Journal «Lancet» hatte zuvor schon ergeben, dass das Virus auch von Personen weitergegeben werden könne, die noch keine Erkältungssymptome zeigen. Die Forscher bezogen sich auf eine Familie in der chinesischen Stadt Shenzhen. Zwei Mitglieder hatten in Wuhan Kontakt zu einem erkrankten Verwandten im Krankenhaus. Am Ende hatten sechs Familienmitglieder das Virus, darunter eines, das nicht einmal in Wuhan war. Ein infiziertes Kind zeigte keine Symptome.

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