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Mehr wie Erkältung

Delta-Variante verursacht andere Symptome

Die zunächst in Indien entdeckten Coronavirus-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Covid-19-Typen verursachen.
dpa/PTA-Forum
15.06.2021  11:00 Uhr

In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC berichtete. Tim Spector vom King's College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: »Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.«

Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Corona-Symptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen. Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector – und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen.

Die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante ist in Deutschland noch relativ selten zu finden. Dem neuesten Bericht des Robert zufolge beträgt ihr Anteil zurzeit 2,5 Prozent (Angaben aus der Woche vom 24. Bis 30. Mai). Der Virologe Professor Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité geht im Podcast »Coronavirus-Update« (NDR-Info) davon aus, dass Delta oder ähnliche Varianten »sicherlich bis zum Herbst auch hier das Feld dominieren werden«. In Großbritannien macht die Delta-Variante bereits jetzt mehr als 90 Prozent aller Fälle aus. Die englische Gesundheitsbehörde sieht zudem Anzeichen, dass die Delta-Variante pathogener ist und häufiger zu Krankenhauseinweisungen führt.

Biontech und Astrazeneca schützen vor Delta-Variante

Ein vollständiger Impfschutz mit zwei Dosen der Mittel von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca verhindert einer britischen Datenanalyse zufolge sehr gut schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante des Coronavirus. Die Effektivität sei in etwa so hoch wie bei der zuvor dominierenden Alpha-Variante, teilte die Behörde Public Health England (PHE) mit.

Das Risiko für eine Krankenhauseinweisung wurde bei den vollständig Geimpften jeweils um mehr als 90 Prozent verglichen mit dem von Ungeimpften verringert. Die Untersuchung bestätige, wie wichtig es sei, die zweite Impfung zu erhalten, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. Vor allem beim Astrazeneca-Impfstoff fiel die Schutzwirkung nach der ersten Dosis der Auswertung zufolge noch merklich geringer aus.

Für die PHE-Studie wurden zwischen dem 12. April und dem 4. Juni insgesamt symptomatische 14 019 Infektionen mit der Delta-Variante in England berücksichtigt, von denen 166 in Krankenhäusern behandelt wurden. Zuvor hatte bereits eine im Fachjournal »Nature« veröffentlichte Studie ergeben, dass der Impfstoff von Biontech und Pfizer vor der zuerst in Indien aufgetretenen Corona-Variante Delta (B.1.617.2) gut schützt.

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