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Wieder schmerzfrei lächeln

Dem Herpes Herr werden

Erreger des Lippenherpes sind Herpes-simplex-Viren, genauer gesagt, in 80 bis 90 Prozent der Fälle der Virentyp Herpes-simplex Virus-1 (HSV-1) und in seltenen Fällen Herpes-simplex Virus-2 (HSV-2). Meist kommen Menschen schon im Kindesalter mit den Viren in Kontakt. Sie verbleiben lebenslang in den Ganglienzellen des Gesichtsnervs. Bei vielen Menschen treten nie Symptome auf, andere haben immer wieder mit Lippenherpes zu kämpfen. Denn die Viren können zum Beispiel durch Stress, UV-Strahlung, Fieber oder allgemein Immunschwäche aktiviert werden. Dann wandern sie entlang der Nervenfasern zu den Lippen und lösen dort eine Infektion aus.

Der Ablauf des Geschehens ist immer derselbe – Menschen, die regelmäßig betroffen sind, kennen die ersten Anzeichen sehr genau. Im Frühstadium, das sechs bis 48 Stunden dauert, juckt und kribbelt das betroffene Areal. Die Haut rötet sich, dann schießen dichtstehende, flüssigkeitsgefüllte Bläschen auf. Im Laufe einer Woche trocknen die Bläschen dann wieder ein. Die Krusten fallen ab, und für einige Tage bleiben gerötete Flecken. Das Ganze schmerzt mehr oder weniger und kann sich von Mal zu Mal in seiner Intensität unterscheiden. Manchmal schwellen auch die lokalen Lymphknoten an, und es tritt ein leichtes Krankheitsgefühl auf. Bei fünf bis zehn Prozent der Virenträger treten mehr als fünf Episoden pro Jahr auf. Andere haben sehr selten oder nur einmalig Lippenbläschen.

Fast jeder ist Träger

Anders als die Mundwinkelrhagade ist Lippenherpes ansteckend: Durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen gelangen die Herpes-Viren auf andere Menschen. Betroffene sollten den Lippenherpes-Bereich deshalb nicht mit den Fingern berühren und Körperkontakt (vor allem Küssen) mit Säuglingen und Kleinkindern, immungeschwächten Menschen und Hochbetagten vermeiden, um diese nicht anzustecken. Denn bei ihnen kann eine solche Infektion schwer verlaufen.

Die Therapie des Lippenherpes erfolgt in der Regel topisch. Für die Behandlung steht eine ganze Reihe von Präparaten zur Verfügung. Grundsätzlich gilt: Je früher die Anwendung beginnt, desto besser ist die Wirkung. Am besten startet die Therapie schon bei den allerersten Anzeichen. Meist werden Virostatika wie Aciclovir (zum Beispiel Aciclostad®, Acic®) oder Penciclovir (Pencivir®) eingesetzt. Ein Produkt enthält neben Aciclocir auch Hydrocortison, das zu einer schnelleren Wundheilung beitragen soll (Zovirax® Duo).

Ein Klassiker in der Herpes-Behandlung ist Melissenextrakt (Lomaherpan®). Seine antivirale Wirkung wird vor allem auf die enthaltene Rosmarinsäure zurückgeführt. Die Creme soll der Patient noch bis zu zehn Tage nach Besserung der Beschwerden anwenden. Ob sich dadurch das Intervall bis zum nächsten Herpes-Ausbruch wie erhofft verlängern lässt, ist bislang nicht nachgewiesen. Im Gegensatz zu Aciclovir und Pencivir wurde bisher keine Resistenzentwicklung der Viren gegenüber Melissenextrakt beobachtet. Es stellt somit eine Alternative dar, sollten die beiden Arzneistoffe nicht mehr wirken.

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