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Detox

Den Körper »entgiften«

Wirkung nicht belegt

Behauptungen rund um Detox sind oft nicht konkret. Es ist nicht beschrieben, welche Giftstoffe genau gemeint sind, wie Schlacken aussehen oder wie sie aus dem Körper entfernt werden sollen. Das macht es schwierig, überhaupt einen wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen. Insgesamt liegen keine aussagekräftigen Humanstudien vor, die einen gesundheitlichen Vorteil von Detox-Kuren oder Nahrungsergänzungsmitteln nachweisen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) existieren keine Ansammlungen von Schlacken und Ablagerungen von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe scheidet der Körper über Leber, Nieren, Darm, Haut und Atmung aus. 

Allerdings gibt es tatsächlich giftige Stoffe, die sich in Fettgewebe, Blut und Muttermilch anreichern können, darunter hormonell wirksame Schadstoffe wie Phthalat-Weichmacher oder Bisphenol A. Sie stecken unter anderem in Verpackungen, Konserven, Plastikgeschirr und Thermopapier. Viele dieser Stoffe stehen im Verdacht, Brust- oder Hodenkrebs auszulösen oder an der Entstehung von Allergien, Fortpflanzungsproblemen und Verhaltensstörungen beteiligt zu sein. Auch toxische Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber können sich im Körper ansammeln, wenn man ihnen in hoher Konzentration oder über lange Zeit hinweg ausgesetzt ist. Für zahlreiche Stoffe ist derzeit jedoch nicht genau bekannt, wie sie auf den Körper wirken und ob eine Ansammlung langfristig zu gesundheitlichen Problemen führt. Experten gehen zudem davon aus, dass sich die Effekte mancher Stoffe im Körper gegenseitig verstärken können. Wissenschaftliche Belege, dass Detox hier helfen kann, fehlen jedoch.

Nicht auf Dauer

Bei Tees, Gemüsesäften oder grünen Smoothies in normalen Mengen sind in der Regel keine gesundheitlichen Probleme zu erwarten. Einzelne Elemente einiger Detox-Diäten entsprechen sogar den Ernährungsempfehlungen. Beispielsweise spricht nichts gegen eine gemüse- und obstreiche Ernährung mit möglichst frischen Zutaten, wie das zum Beispiel beim Basenfasten der Fall ist. Bei einer höheren Zufuhr in Form von Saft oder Smoothie gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass diese zwar Energie liefern, aber kaum sättigen. Außerdem geht dabei ein Teil der Ballaststoffe verloren. Eine Detox-Diät könnte auch als Einstieg in ein verändertes Essverhalten dienen. Wer allerdings längere Zeit extrem fastet oder sich sehr einseitig ernährt, riskiert Nährstoffmängel. Außerdem sind solche radikalen Diäten nicht nachhaltig und es besteht die Gefahr, ein gestörtes Essverhalten zu entwickeln.

Bei Detox-Produkten wie Nahrungsergänzungsmitteln ist allerdings Vorsicht geboten. Tatsächlich enthalten viele Produkte Bestandteile, die einfach nur entwässernd wirken. Die längerfristige und häufige Verwendung dieser Mittel kann eine erhöhte Ausscheidung bestimmter Mineralstoffe zur Folge haben. Die Inhaltsstoffe können außerdem mit gleichzeitig eingenommen Medikamenten in Wechselwirkung treten, weshalb es wichtig ist, die Einnahme mit einem Arzt zu besprechen. Auch Stoffe, die im Darm Giftstoffe binden sollen, wie Aktivkohle oder Zeolith, können Mineralstoffe aus der Nahrung abfangen und langfristig Nährstoffmängel verursachen. Detox-Produkte auf Zeolithbasis können sogar selbst mit Schwermetallen, besonders mit Blei, belastet sein. Verbraucherzentralen raten davon ab, Detox-Produkte zu verwenden. 

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