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Badepräparate

Der Kleopatra-Moment

An grauen Corona-Wintertagen ist eine Auszeit in der heimischen Badewanne genau das Richtige, um den Stress- und Trübsalslevel nach unten zu fahren. PTA-Forum erklärt, mit welchen Zusätzen sich vortrefflich abtauchen und entspannen lässt.
Elke Wolf
27.01.2021  12:00 Uhr

Vom Kopf bis zu den Zehenspitzen durchgefroren vom Marsch durch den Regen? Verspannt und gestresst vom Homeoffice? Oder erkältet? Hier ist ein warmes Vollbad durchaus eine Option. Kleopatra, die letzte Pharaonin des antiken Ägyptens, hat noch weitergedacht und nutzte das Baden für ihr ausgiebiges Schönheitsritual. In vielen Kulturen diente das Abtauchen im warmen Vollbad der Hege und Pflege von Körper und Geist. Das kommt nicht von ungefähr, fühlt sich doch der Mensch in warmem Wasser einfach sehr geborgen.

Hinzu kommen medizinische Vorteile gegenüber der Dusche: So wird der Bewegungsapparat komplett entlastet, die Muskeln werden stärker durchblutet und Verspannungen gelöst. Der hydrostatische Druck des Wassers wirkt auf die Lunge, die Atmung wird tiefer und die Herzfrequenz sinkt. Wer dann noch ätherische Öle zusetzt, kann gezielt Reize vermitteln. Im feuchtwarmen Dampf wirken Aromen intensiv und ohne Umwege auf das limbische System im Gehirn. Dort werden Botenstoffe ausgeschüttet, die Gefühle steuern. So pusht ätherisches Zitronen- oder Orangenöl laut einer Studie fast genauso wie eine Tasse Kaffee. Cineol aus Eukalyptus und Menthol aus der Pfefferminze erleichtern die Atmung bei Erkältungen, Rosmarin hilft bei Muskelkater, Lavendel verstärkt den beruhigenden Effekt des warmen Wassers und Vanille vermittelt Geborgenheit.

Bubble-Spaß

Die Lieblinge unter den Badezusätzen, die Schaumbäder, sind für trockene Winterhaut weniger geeignet. Denn es sind gerade die Schaum-bildenden Substanzen, die die Haut quellen lassen und ihr vermehrt natürliche Schutzstoffe entziehen. PTA und Apotheker sollten deshalb Schaumbäder, wenn überhaupt, nur bei unempfindlicher oder fettender Haut empfehlen. Auch bei Kindern, deren Haut noch wenig widerstandsfähig ist, ist auf besonders milde waschaktive Substanzen Wert zu legen.

Schaumbäder besitzen eine relativ hohe Konzentration von Tensiden, teils bis zu 60 Prozent. Deshalb sollten die Badezusätze sparsam dosiert und die Waschmittelrückstände nach dem Bad in der Wanne gut abgeduscht werden. Sogenannte Cremeschaum- oder Cremeölbäder enthalten zusätzlich rückfettende Substanzen, um den austrocknenden Effekt der Schaumbäder klein zu halten. Je größer der Anteil an pflegenden Zusätzen, desto geringer ist die Reinigungskraft.

Unter den Badepräparaten haben medizinische Ölbäder einen Sonderstatus. Sie werden meist zu therapeutischen Zwecken bei Hauterkrankungen eingesetzt, die mit fettarmer, trockener, schuppiger oder rissiger Haut einhergehen, also Neurodermitis, Schuppenflechte oder Altershaut. Das prädestiniert sie aber auch für einen Einsatz bei Winter-strapazierter trockener Haut.

Ölbäder werden von der Haut leicht aufgenommen und ersetzen besonders gut die fehlenden Lipide der Horn-Fett-Barriere, da die enthaltenen Öle eine ähnliche Struktur wie die körpereigenen Fette haben. Gleichzeitig bremsen medizinische Ölbäder den transdermalen Wasserverlust der Haut. Die Hydratation sorgt für ein angenehm entspannendes Gefühl, juckende Haut beruhigt sich. Die Ölbäder eignen sich auch zum Duschen. Das Bad in der Wanne ist nur zur Pflege gedacht, nicht zur Reinigung. Deshalb: Zuerst unter die Dusche und dann in die Wanne. Dort sollte eine Temperatur von 35 °C nicht überschritten werden. Zu warmes Wasser löst Lipide aus der Haut und zerstört den Fettfilm, würde also kontraproduktiv wirken.

Baden in Eselsmilch: Jahrhundertelang galt Kleopatras Pflegeritual als ziemlich exzentrisch. Doch mittlerweile haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die darin enthaltenen Milchproteine und Milchsäure als α-Hydroxysäure prima Pflege- und Feuchtigkeitsspender sind. Schließlich ist Natriumlactat mit 12 % Bestandteil des natürlichen NMF, also des Natural Moisturizing Factors. In kosmetischen Präparaten wird Natriumlactat meist mit Milchsäure gemischt eingesetzt und dient als Puffer und Feuchthaltesubstanz.

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