PTA-Forum online
OTC-Beratungscheck

Dextromethorphan

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten OTC-Präparaten für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Dextromethorphan
Caroline Wendt
19.10.2022  09:00 Uhr

Arzneistoffgruppe

Antitussiva

Präparate

Beispiele Monopräparate: Wick® Husten-Sirup gegen Reizhusten mit Honig, Hustenstiller-ratiopharm® Dextromethorphan

Beispiele Kombipräparate: Wick® Medi Nait, Cete Grippal® plus Hustenstiller Heißgetränk

Indikation

symptomatischen Behandlung des Reizhustens

Dosierung/Anwendung

  • Jugendliche über 12 Jahre und Erwachsene: 30 mg Dextromethorphanhydrobromid alle 6 Stunden
  • Maximale Tagesgesamtdosis 120 mg Dextromethorphanhydrobromid
  • Einnahme bevorzugt zur Nacht
  • ohne Arzt nicht länger als drei bis fünf Tage anwenden
  • unter ärztlicher Verordnung nicht länger als zwei bis drei Wochen anwenden

Kontraindikation/Warnhinweis

  • nicht bei Asthma bronchiale, COPD, Lungenentzündung, Ateminsuffizienz oder Atemdepression
  • nicht bei gleichzeitiger Therapie mit MAO-Hemmern oder wenn eine Therapie mit MAO-Hemmern innerhalb der letzten 14 Tage beendet wurde
  • nicht bei Kindern unter 12 Jahren
  • Vorsicht bei eingeschränkter Leberfunktion
  • bei produktivem Husten nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung
  • bei längerem Gebrauch sind Toleranz, psychische und physische Abhängigkeit möglich
  • Metabolismus durch CYP2D6, verlängerte Wirksamkeit bei langesamen Metabolisierer
  • Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt sein

Nebenwirkungen

Häufig: leichte Müdigkeit, Schwindelgefühl, Übelkeit, Magen-Darmbeschwerden, Erbrechen

Wechselwirkungen

  • bei gleichzeitiger Einnahme serotonerger Wirkstoffe wie SSRIs, oder Wirkstoffe, die den Stoffwechsel von Serotonin (einschließlich MAO-Hemmer) beeinflussen, können serotonerge Wirkungen, einschließlich  Serotonin-Syndroms, auftreten
  • potente CYP2D6-Inhibitoren (zum Beispiel Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin, Terbinafin, Cimetidin, Ritonavir) erhöhen Dextromethorphan-Spiegel, Risiko für Nebenwirkungen und Serotonin-Syndrom steigt; auch bei vor kurzem angewandten Arzneimitteln möglich
  • gegenseitigen Wirkungsverstärkung mit anderen Arzneimitteln möglich, die dämpfend auf das ZNS wirken
  • bei kombinierter Anwendung mit Sekretolytika Sekretstau möglich

Schwangerschaft/Stillzeit

Anwendung von Dextromethorphan in der Schwangerschaft nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung. Keine Anwendung in der Stillzeit, Gefahr der Atemdepression beim Säugling.

Mehr von Avoxa