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Krebsvorsorge

Diabetes ist Risikofaktor für Darmkrebs

Bisher galt Diabetes nicht als anerkannter Risikofaktor für Darmkrebserkrankungen. Das dürfte sich durch eine aktuelle schwedische Studie mit fast 13 Millionen Personen ändern, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit. 
Elke Wolf
08.09.2020  07:30 Uhr

Ein Diabetes mellitus erhöht das Darmkrebsrisiko in ähnlichem Maße wie bei Menschen, in deren Familien gehäuft Darmkrebs auftritt. Zudem haben Diabetiker ein höheres Risiko, bereits vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken, haben Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg herausgefunden. Dazu analysierten sie die Daten von 12,6 Millionen nach 1931 geborenen schwedischen Bürgern inklusive ihren Eltern, teilt das Zentrum mit.

»Bisher galt Diabetes nicht als anerkannter Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen, und der Zusammenhang zwischen Diabetes und familiären Darmkrebsrisiko war noch weitgehend unbekannt«, ordnet Dr. Mahdi Fallah, Leiter der Gruppe Risikoadaptierte Prävention in der Abteilung Präventive Onkologie des DKFZ, die Bedeutung der Studienergebnisse ein.

Das Risiko, in jungen Jahren an Darmkrebs zu erkranken, war bei Diabetikern ohne Verwandte mit Darmkrebs ähnlich hoch wie bei familiär vorbelasteten Nicht-Diabetikern. Diabetiker, bei deren Verwandten ersten Grades Darmkrebs diagnostiziert wurde, hatten gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein etwa siebenfach erhöhtes Risiko, bereits unter 50 Jahren selbst an Darmkrebs zu erkranken.

Die Ärzte und Wissenschaftler des DKFZ empfehlen daher Diabetikern, die Möglichkeiten zur Darmkrebsfrüherkennung in Deutschland wahrzunehmen, spätestens wenn sie 50 Jahre alt sind.

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