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Schwangerschaft

Diabetes-Screening ungenügend

Obwohl ein entsprechendes Screening in der Schwangerenvorsorge festgeschrieben ist, wird Schwangerschaftsdiabetes – sogenannter Gestationsdiabetes (GDM) – hierzulande häufig zu spät oder gar nicht diagnostiziert. Ein Grund ist das Screeningverfahren.
Annette Immel-Sehr
02.10.2020  12:30 Uhr

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mahnt erneut eine Reform der Mutterschaftsrichtlinien an. »Ein zu spät oder nicht diagnostizierter GDM kann zu schweren Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen sowie Folgeerkrankungen bei Mutter und Kind führen«, betont DDG-Präsidentin Professor Dr. Monika Kellerer.

Bei dem hierzulande vorgesehenen zweistufigen Verfahren trinkt die werdende Mutter im Zeitraum zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche eine Lösung mit 50 Gramm Glucose. Werden erhöhte Blutzuckerwerte gemessen, folgt ein Nüchtern-Test mit 75 Gramm Glucose. Das Problem: Der erste Test erfolgt unabhängig von der Tageszeit oder der letzten Nahrungsaufnahme im nicht-nüchternen Zustand. Frauen, die nur in nüchternem Zustand einen erhöhten Blutzuckerwert aufweisen – dies sind etwa ein Drittel aller GDM-Erkrankten – werden somit übersehen. In Deutschland hat sich die Erkrankungsrate für GDM in den vergangenen 20 Jahren mehr als verfünffacht. Inzwischen erkranken fast sechs Prozent aller Schwangeren daran.

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