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Heilpflanze des Jahres 2022

Die Brennnessel – mehr als Unkraut

Was die meisten Menschen nur als Unkraut ansehen, das man möglichst nicht berühren sollte, steckt in Wirklichkeit voller Nährstoffe: die Brennnessel. Sie ist medizinisch in vielerlei Hinsicht einsetzbar, denn sie wirkt harntreibend, entzündungshemmend, schmerzstillend, durchblutungsfördernd und beeinflusst darüber hinaus das Immunsystem. Nicht umsonst wurde sie zur »Heilpflanze des Jahres 2022« gekürt.
Aponet
28.12.2021  11:30 Uhr

Die Brennnessel ist ein eher anspruchsloses Gewächs, das auf der ganzen Welt zu finden ist. Im heimischen Garten hat die Pflanze jedoch nur selten einen Platz. Dabei gilt sie als Multitalent der Natur. Denn abgesehen davon, dass sie Raupen von Schmetterlingen als Nahrung dienen, werden die Pflanzen breitgefächert in der Naturheilkunde  eingesetzt.

Dazu werden Blätter und Kraut der Brennnessel beispielsweise zu Extrakten und Tee verarbeitet und aufgrund ihrer nachweislich entwässernden Wirkung innerlich bei Harnwegserkrankungen und Nierengrieß verwendet. Auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen und rheumatischen Beschwerden kommen sie zum Einsatz – hier auch äußerlich angewendet. Studien zufolge gibt es deutliche Hinweise auf eine Verbesserung der Gelenkbeschwerden. Äußerlich werden die Früchte der Brennnessel auch für Hauterkrankungen verwendet. Gegen Durchfall und Gallenbeschwerden soll die Einnahme des kaltgepressten Öls helfen – in der Volksmedizin, wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der Früchte liegen jedoch nicht vor.

Die Wurzeln der Brennnesseln verwendet man ebenfalls bei Harnwegserkrankungen sowie bei der gutartigen Prostatavergrößerung. Hierzu gibt es wiederum zahlreiche Erfahrungsberichte und auch klinische Studien, die eine positive Wirkung andeuten. Da diese jedoch nur mit wenigen Menschen oder über zu kurze Zeit durchgeführt wurden, gilt die Wirkung nicht als ausreichend nachgewiesen.

Dass Wirksamkeitsnachweise fehlen, bedeutet aber nicht, dass diese und andere Heilpflanzen nicht trotzdem wirksam sind: Generell sind viele Hausmittel wissenschaftlich bislang einfach nicht ausreichend untersucht worden, weil dafür öffentliche Fördergelder fehlen.

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