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Pandemiebekämpfung

Die Corona-Warn-App ist da

Es ist soweit: Im Kampf gegen das Coronavirus steht seit heute die staatliche Warn-App zum Download bereit. »Sie herunterzuladen und zu nutzen, ist ein kleiner Schritt für jeden von uns, aber ein großer Schritt für die Pandemiebekämpfung«, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) heute in Berlin. Sie sei nicht die erste Corona-App weltweit, aber die beste.
dpa/Katja Egermeier
16.06.2020  15:30 Uhr

Die App kommt nach Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) passend zur jetzigen Phase weiterer Corona-Lockerungen. Etwa auf Demonstrationen, in Bussen und Bahnen gebe es nun zunehmend »anonyme Nähe« zu anderen Menschen.

Die App ermögliche dann Meldungen an Personen, die darüber sonst nie hätten informiert werden können. Spahn verwies auch auf die Urlaubszeit, wenn sich Deutsche im Ausland und bei Ferien im Inland träfen oder von Reisen zurückkommen. Spahn betonte jedoch, dass die App vernünftiges Verhalten nicht ersetze. Es bleibe wichtig, Abstand zu halten und teils Alltagsmasken zu tragen. Die App könne helfen, Kontaktpersonen schneller zu warnen – dabei sei jede Stunde ein Gewinn.

»Die App ist kein Freifahrtschein, aber ein wichtiges weiteres Werkzeug in der Pandemie«.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, erklärte, die App solle eine Ergänzung für die Arbeit der Gesundheitsämter beim Nachverfolgen von Infektionsketten sein. So könnten zusätzliche »Risikobegegnungen« identifiziert werden. In die Risikobewertung flössen unter anderem Dauer und Nähe der Begegnung ein.

Auch der Virologe Christian Drosten verspricht sich von der neuen staatlichen Corona-Warn-App einen »guten Effekt« – auch im Fall von relativ niedrigen Nutzerzahlen. Selbst dann könne »an vielen Stellen ein entscheidender Unterschied« erzielt werden, sagte der Wissenschaftler von der Charité in Berlin in seinem NDR-Podcast. Die App sei ein »entscheidend wichtiges Werkzeug«, um die Zahlen niedrig zu halten. Bei der Suche nach Kontakten eines Infizierten komme es schließlich vor allem auf Geschwindigkeit an: Müssten da erst Telefonketten losgehen, gehe wichtige Zeit verloren.

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