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Pandemiebekämpfung

Die Corona-Warn-App ist da

»Made in Germany«

Nutzer konnten die App seit der Nacht zu Dienstag auf Smartphones herunterladen. Im App-Store von Google war sie bereits um kurz nach 2 Uhr morgens verfügbar, bei Apple dauerte es etwas länger. Startschwierigkeiten, wie Verzögerungen bei der Verfügbarkeit oder Probleme beim Herunterladen seien in weniger als einer Stunde überwunden gewesen. Die Android-Version beispielsweise lag schon nach wenigen Stunden im Bereich zwischen 100.000 und 500.000 Nutzern.

Telekom-Chef Timotheus Höttges sagte, an dem Projekt sei alles »Made in Germany«, auch die Server seien in Deutschland. Die Digitalisierung betreffe nicht nur das Nachverfolgen von Infektionsketten, sondern auch Testzentren und Labore. »Wir gehen davon aus, dass gegenüber dem analogen Prozess bis zu vier Tage gewonnen werden können.« Bis zu 20 Prozent der großen Testkapazitäten seien inzwischen digitalisiert. Die App-Entwicklung lief über die Deutsche Telekom und den Softwarekonzern SAP, die Kosten liegen bei 20 Millionen Euro.

Freiwilligkeit und Datenschutz

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte, die App erfülle auch »höchste Ansprüche, was den Datenschutz angeht«. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur auf den Smartphones. Die Bürger könnten sich auf hohe Standards beim Datenschutz verlassen, so auch Kanzleramtschef Braun.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) betonte dabei das Prinzip der »doppelten Freiwilligkeit«. Man entscheide selbst, ob man die Anwendung auf dem Smartphone installiere – und dann auch, ob man bei einem positiven Test dies der App mitteile. »Die Freiwilligkeit ist eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass diese App angenommen wird.« Eine gesetzliche Regelung brauche es nicht.

»Aus Sicht des Datenschutzes sehe ich keinen Grund, der gegen eine Installation spricht.«
Ulrich Kelber, Bundesdatenschutzbeauftragter

App-Kritik

Die Grünen dagegen dringen auch nach dem Start noch darauf, den Einsatz der App per Gesetz zu regeln. »Wir hoffen, dass Millionen von Menschen die App jetzt runterladen«, sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz. »Aber wir glauben, wenn man ein so relevantes Ding ausrollt, dass man dann die rechtlichen Fragen in einem Gesetz geklärt haben muss.«

Kritik kommt auch vom Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber. Er sehe noch Nachbesserungsbedarf bei der deutschen Corona-Warn-App. »Aus Sicht des Datenschutzes sehe ich keinen Grund, der gegen eine Installation spricht. Aber es gibt noch Schwachstellen.« Vor allem stört sich Kelber an einem Verfahren, bei dem Nutzer eine TAN von einer Telefon-Hotline bekommt, um ein positives Testergebnis in der App einzutragen. Grundsätzlich soll das ohne Telefon-Hotline gehen.

Der eigentliche Plan ist, dass Menschen bei einem Test einen QR-Code bekommen, mit dem sie das positive Testergebnis in der App teilen können. Der zusätzliche Absicherungsschritt soll falsche Meldungen verhindern. Allerdings sind noch nicht alle Labore technisch in der Lage, die QR-Codes zu erzeugen. Deshalb gibt es zusätzlich den Umweg über die Hotline.

Eine klare Datenschutz-Grenze fordert Kelber ein, wenn es darum geht, dass Dritte Einblick in die App forderten. Das sei in keinem Fall zulässig, so Kelber. »Ich kann die Inhaber von Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln nur dringend warnen: Versucht es erst gar nicht!« Der Bundesdatenschützer übernimmt mit dem Start der App die Aufsicht über deren Betrieb.

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