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Auch gegen Affenpocken

Die Pockenimpfung im Laufe der Zeit

Neuere Impfstoffe mit nicht vermehrungsfähigen Viren

Daneben gibt es noch einen neueren Pockenimpfstoff, der auf einer Weiterentwicklung durch den Mikrobiologen Anton Mayr in den 1960er Jahren in Bayern basiert: Dabei werde ein im Labor abgeschwächtes Impfvirus genutzt, um eine Immunantwort gegen Pocken zu erzeugen, sagte Kollaritsch. Fachleute sprechen kurz von MVA-Impfung (MVA: Modifiziertes Vacciniavirus Ankara). »Diese Impfung wurde in den 1960ern eine Zeit lang verwendet, aber nie in großem Stil. Sie ist besser verträglich, das Virus nicht mehr vermehrungsfähig«, sagte Kollaritsch, der Mitglied des österreichischen Pendants zur Ständigen Impfkommission (STIKO) ist. Es bilde sich auch keine Impfnarbe. Er sieht bei dem Vakzin das Problem einer recht ungewissen Impfeffektivität in der Praxis angesichts der ausgerotteten Krankheit. »Man kann aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Schutz ausgehen.«

Das seit 2013 in der EU für Erwachsene gegen Pocken zugelassene MVA-Vakzin heißt Imvanex® und kommt von der deutsch-dänischen Firma Bavarian Nordic. Es handelt es sich um einen Lebendimpfstoff, der auf dem veränderten Pockenvirus MVA basiert. Das Impfvirus ist so verändert, dass es im Menschen weder eine Krankheit auslösen noch sich replizieren kann. Der Impfstoff wird subkutan, bevorzugt am Oberarm injiziert. Bislang nicht gegen Pocken immunisierte Personen sollten laut europäischer Arzneimittelagentur EMA zwei Dosen à 0,5 ml im Abstand von 28 Tagen erhalten, bei bereits immunisierten Personen reicht eine Dosis aus. Das Risiko einer Hautläsion mit Narbenentwicklung wie bei früheren Pockenimpfstoffen bestehe nicht, heißt es auf der Informationsseite der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zu dem Präparat.

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