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Adexa-Erlebnis- und Gewerkschaftstag 2019

Die Vielfalt macht's

Mehr als 90 Apotheken-Angestellte und Adexa-Aktive aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen am 6. April am Gewerkschaftstag in Stuttgart teil. Vier abwechslungsreiche Vorträge und der gegenseitige Austausch sorgten für positive Resonanz. 
Sigrid Joachimsthaler
15.04.2019  17:00 Uhr

Das Themenspektrum in diesem Jahr: fachlicher Input für die Beratung bei Kinderkrankheiten, Empfehlungen für das überzeugende Auftreten, arbeitsrechtliche Informationen sowie der richtige Umgang mit Demenzkranken in der Apotheke oder der eigenen Familie.

Seit 31 Jahren ist der Apotheker und Arzt Dr. Markus Wiesenauer in der eigenen Praxis tätig; sein Erfahrungswissen zur Homöopathie ist in diverse Fachmedien eingeflossen. Und er ist auch ein begnadeter Referent, der die Zuhörer mitnahm in die Kinderarztpraxen und die Apotheken, wo Eltern Hilfe für ihre erkrankten Sprösslinge suchen. Wiesenauer geht es dabei nicht darum, alle schulmedizinischen Therapien zu vermeiden oder gar zu verteufeln. Aber häufig lasse sich mit Homöopathika als Add-on die Dosis der chemisch-synthetischen Medikation senken. Und das häufige Wiederauftreten bestimmter Kindererkrankungen wie Seitenstrang-Angina, Bronchitis oder Pfeiffersches Drüsenfieber könne reduziert werden. Welche Entlastung das für die betroffenen Kinder und Eltern darstellt, kann wohl jeder nachvollziehen.

Die Verpackung zählt

Innerhalb von 100 Millisekunden nimmt das Gehirn die äußeren Merkmale einer uns unbekannten Person wahr. Und wir sortieren sie dabei gleichzeitig in eine bestimmte Schublade ein. Um dies zu beweisen, startete Imagetrainerin und Coach Imme Vogelsang ihren Vortrag mit einigen Fotos, die lediglich für Sekundenbruchteile eingeblendet und anschließend zusammen interpretiert wurden. Studien beweisen: Dieser erste Eindruck ist bleibend. Denn nachfolgende Informationen werden von uns so gefiltert, dass sie in die ausgewählte Schublade passen. Deshalb sind Äußerlichkeiten wie Körperhaltung, Frisur und Kleidung wichtig, wenn man je nach Situation (Beratung im HV, Vorstellungsgespräch) ein optimales Ergebnis erzielen will.

Mit vielen Tipps ging es unter anderem darum, wie Frauen mehr Präsenz zeigen können. Auch Dresscodes und die Wirkung von Farben und Materialien wurden beleuchtet. Denn, so zeigt leider die Erfahrung: Die besten Kompetenzen helfen wenig, wenn der äußere Eindruck sie nicht glaubhaft unterstreicht.

Aus der Adexa-Rechtsberatung

Jede Woche gehen 100 oder mehr Rechtsanfragen bei den Adexa-Rechtsexpertinnen ein. Zu den Dauerbrennern gehört der Urlaubsanspruch und dessen Umsetzung, berichtete die Leiterin der Rechtsabteilung, Minou Hansen. Insbesondere bei Teilzeitstellen hapert es oft bereits an der korrekten Berechnung. Aber auch der Umgang mit Urlaubsanträgen sorgt nicht selten für Missstimmung im Team. Wer seine tariflichen Rechte kennt, ist dann in einer besseren Position – und kann als Adexa-Mitglied außerdem auf die Unterstützung der gewerkschaftlichen Rechtsberatung vertrauen.

Ein zweiter Dauerbrenner ist die elektronische Zeiterfassung. Inhaber nutzen oft noch die voreingestellten Durchschnittswerte für sechs Wochentage, die im Einzelhandel gängig sind. Für Apotheken gilt aber: Es ist erstens rechtlich und tariflich notwendig und zweitens mit der gängigen Software möglich, dass die täglichen, individuellen Arbeitszeiten für die Mitarbeiter eingetragen werden. So kann man verhindern, dass sich ungerechtfertigte Minusstunden an Feiertagen, bei Krankheit oder Urlaub ansammeln.

Wenn Intuition nicht weiterhilft

Der Demenzberater und Humortherapeut Markus Proske hat langjährige Erfahrung im Umgang mit dementen Hochbetagten in Pflegeeinrichtungen. Er weiß, dass Angehörige, aber auch Profis aus den Gesundheitsberufen im Umgang mit ihnen oft intuitiv falsch reagieren. Anhand diverser Beispiele machte er deutlich: Für alles, was Demente tun oder unterlassen, haben sie einen Grund. Zu diskutieren oder sie zu korrigieren, führt lediglich zu Frust und Aggression. Proske: »Was weg ist, ist weg; da hilft kein Üben.« Dafür könne man aber die Spiegelneuronen nutzen, um ein bestimmtes Verhalten zu fördern – indem man zum Beispiel selbst etwas isst oder sich die Zähne putzt. Wichtig sei aber auch, dass sich die pflegenden Angehörigen Unterstützung organisieren, denn sie haben ein zwölffach erhöhtes Risiko, selbst an Demenz zu erkranken, so Proske.

Langjährig Aktive geehrt

Auf dem Gewerkschaftstag bedankten sich die Adexa-Vorstände Andreas May und Tanja Kratt bei einigen Mitgliedern, die schon bis zu 30 Jahre im Ehrenamt tätig sind. Dieses Engagement ist für die Gewerkschaft unverzichtbar. Außerdem gab es einen kleinen Infostand zur European Association of Pharmacy Technicians (EAPT), an dem man sich in den Pausen über die Dachorganisation von PTA-Gewerkschaften und -Verbänden informieren konnte.

Am Sonntag nach dem Gewerkschaftstag fand eine Sitzung des Adexa-Beirates statt, bei der auch der Vorstand, die vier Berufsgruppenleitungen, Vertreter der JuMis bei Adexa sowie hauptamtliche Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter teilnahmen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem tarif- und berufspolitische Aktivitäten sowie der Umgang mit Sozialen Medien.

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