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»Über den Tellerrand blicken«

Die Weiterqualifizierungen Fach-PTA und PTA Onkologie

PTA Onkologie der DGOP

Daniel Seebach-Schielzeth steht für einen anderen Berufszweig: PTA in der Krankenhausapotheke. Er hat die Weiterqualifikation PTA Onkologie der Deutschen Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) abgeschlossen und arbeitet dort mittlerweile auch als Referent.

Er habe lange in der öffentlichen Apotheke gearbeitet. Als ihm aber eine Stellenanzeige des Universitätsklinikums Heidelberg aufgefallen ist, habe er gedacht, »es wäre ganz schön, über den Tellerrand hinauszublicken und im Krankenhaus anzufangen.« Er habe gar nicht gewusst, was man als PTA im Krankenhaus mache – in der Ausbildung spielten die Zytostatika-Herstellung und Krankenhausapotheke eher eine untergeordnete Rolle. Die Hauptaufgaben der PTA im Krankenhaus lägen in der Herstellung, im Reinraum oder in der Rezeptur.

Nun arbeite Seebach-Schielzeth seit über zwölf Jahren in Heidelberg und sei immer noch mit Spaß bei der Sache. Die Entscheidung, die Weiterqualifikation zur PTA Onkologie zu machen, habe er direkt im ersten Jahr innerhalb der Probezeit getroffen, da ihn die Materie sehr interessierte – von den Einsatzbereichen der Wirkstoffe in der Krebstherapie und den Therapieschemata bis hin zu Detailfragen, zum Beispiel, warum ein Patient mehrere Infusionsbeutel benötige. »Ich wollte ganz tief ins Detail blicken«, resümierte er.

»Ich wollte ganz tief ins Detail blicken.«
Daniel Seebach-Schielzeth, PTA Onkologie und Referent

Die Weiterqualifikation richte sich an erfahrene PTA: Prüfungsvoraussetzungen seien mindestens 100 selbst hergestellte Zytostatika und ein gewisser Zeitraum in der Zytostatika-Herstellung. Das Seminar habe einen Theorie- und einen Praxisteil. Es würden Themen wie aseptisches Herstellen, Hygiene und Verhalten bei einem Unfall behandelt. Man lerne sehr viel über die Wirkstoffe, Therapieschemata, Patientenberatung und QMS.

Die Abschlussprüfung sei eher »ein kollegiales Gespräch«, erzählte Seebach-Schielzeth, der die Prüfungen selbst häufig begleitet. Zunächst halte die angehende PTA Onkologie eine kurze Präsentation, danach folgten etwa 15 bis 20 Minuten Gespräch. Das Thema der Präsentation werde den Teilnehmern vorab zugewiesen, zum Beispiel Anthrazykline, Vinca-Alkaloide oder Therapieschemata.

Die Kosten für die Weiterqualifizierung habe sein Arbeitgeber getragen, berichtete Seebach-Schielzeth. Eine Förderung durch Bund und Länder gebe es für die PTA Onkologie leider nicht.

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