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Die Zukunft von Dienstleistungen aus der Apotheke

Bei der Expopharm Impuls berichteten Daniela von Nida, Apothekeninhaberin aus Groß-Zimmern, sowie Dr. Björn Schittenhelm, Apothekeninhaber aus Holzgerlingen, über Erfahrungen mit ihren Coronavirus-Testzentren und wagten einen Ausblick in die Zukunft von Dienstleistungen aus der Apotheke.
Sven Siebenand
15.09.2021  09:00 Uhr

An der Gesprächsrunde im Format des InspirationLab nahm mit Hans Rittinghausen vom Naturarzneimittelhersteller Weber&Weber auch ein Nicht-Apotheker teil. Er warf von außen einen Blick auf die Szene. Rittinghausen glaubt, dass die Coronavirus-Pandemie dabei geholfen hat, die Apotheken als Leuchttürme für niederschwellige Gesundheitsthemen weiter zu etablieren. Seiner Meinung nach wird es auch zukünftig für die Apotheken wichtig sein, neue Chancen für Dienstleistungen zu erkennen und umzusetzen. Er ermunterte die Apotheken, das Dienstleistungsangebot weiter auszubauen, unter anderem auch im pharmazeutischen Kompetenzfeld der Beratung.

Hatte Björn Schittenhelm bereits im Dezember 2020 als erster Apotheker Deutschlands ein Coronatest-Zentrum eröffnet, so war Daniela von Nida im Februar in diesen Bereich eingestiegen. Beide berichteten von sehr guten Erfahrungen, die sie mit einem weitgehend digitalen Prozess, also digitalem Buchungssystem und digitaler Übermittlung des Ergebnisses, gemacht haben. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten sei die breite Masse der Patienten, mehr als 90 Prozent, gut mit dem digitalen Ablauf klargekommen, so Schittenhelm. Auch mit Blick auf das E-Rezept freue ihn das. Zu bedenken gab der Apothekeninhaber, dass die Server-Infrastruktur in Deutschland aus seiner Sicht noch nicht darauf vorbereitet ist, dass viele Apotheken gleichzeitig auf ein System zurückgreifen. Das habe man auch bei der Ausstellung der Impfzertifikate gesehen und sei wiederum bei der Einführung des E-Rezeptes zu berücksichtigen.

Auch mögliche Coronavirus-Impfungen in der Apotheke waren Bestandteil der Gesprächsrunde. Schittenhelm ist sich sicher, dass neben der Grippe-Impfung auch die Covid-19-Impfung in naher Zukunft ein großes Thema für die Apotheken werden wird. Wenn die großen Impfzentren geschlossen sein werden, entstünde eine Lücke bei den massenhaft anstehenden Auffrischimpfungen.

Der Apotheker machte klar, dass es nicht darum geht, Ärzten etwas wegzunehmen. In der Kommunikation mit den Medizinern gelte es daher auch, diese Angst zu nehmen. Schittenhelm hält es aber für eine sinnvolle Ergänzung, wenn sich die Apotheken auf Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahre fokussieren, die unter Umständen keinen Hausarzt haben. Von Nida wäre ebenfalls mit dabei. »Auch mein Team gewöhnt sich an diesen Gedanken.« Ihre angestellten Apotheker könnten sich das mit den richtigen Schulungen und Voraussetzungen vorstellen.

Das Video dieser Gesprächsrunde sowie viele weitere Beiträge der Expopharm Impuls sind bis Mitte Januar nach Registrierung unter www.expopharm-impuls.de abrufbar. 

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