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Stiftung Warentest

Diese Erkältungsmittel werden empfohlen

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch eine Bewertung der Erkältungspräparate der Verbraucherschutz-Magazine. Neues präsentiert die Stiftung Warentest heute nicht, spricht aber von den aus ihrer Sicht »besten Helfern gegen Husten, Schnupfen, Fieber« und meint dabei auch den Preis.
PZ
10.12.2020  13:23 Uhr

Empfehlenswerte Erkältungsmittel sind ein Thema der Januar-Ausgabe der Zeitschrift »Test«, die am 17. Dezember erscheint. Die Auswertung mit den 50 aus Warentest-Sicht empfehlenswertesten und preisgünstigsten Präparaten steht ab heute online. Dabei handelt es sich um eine reine Datenanalyse unter Leitung von Professor Dr. Gerd Glaeske von der Uni Bremen, eigene Labortests wurden nicht durchgeführt.

Grundsätzlich rät Stiftung Warentest von Kombipräparaten ab und empfiehlt die gezielte Behandlung vorliegender Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und Fieber, die oft nicht parallel, sondern hintereinander auftreten, mit Monosubstanzen. Weniger evidenzbasiert als dies mutet die Aussage an: »Wenn das Immunsystem eine Infektion bekämpft, hat der Körper ohnehin viel zu tun. Dann sollte er nicht auch noch unnötige Wirkstoffe verarbeiten müssen.« Konkret rät Warentest von Grippostad® C und Wick® Medinait ab. 

Ebenso kritisiert das Verbraucherschutz-Magazin das Nasenspray Algovir® von Hermes Arzneimittel mit Carragelose®, einer Lösung aus Iota-Carrageen, einem Kolloid aus Rotalgen, wegen mangelnder Evidenz für einen Schutz vor oder zur Behandlung von Erkältungen, geschweige denn Covid-19. Hersteller Marinomed hatte allerdings vor Kurzem angekündigt, eine klinische Studie zur Prävention von SARS-CoV-2-Infektionen bei Klinikpersonal mit Carragelose zu planen.

Mit Einschränkung empfiehlt Warentest wie schon in den Vorjahren bei Halsschmerzen Emser® Pastillen sowie Lutschtabletten mit Lidocain oder Ambroxol. Bei Schnupfen könnten abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin über sieben Tage angewendet werden. Zur Pflege seien solche mit isotonischer Kochsalzlösung mit oder ohne Dexpanthenol empfehlenswert. 

Gegen Schmerzen und Fieber listet Warentest neben Monopräparaten mit Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS) dann erstaunlicherweise auch ASS plus Vitamin C auf, allerdings mit folgender Einschränkung: »der Zusatz von Vitamin C zu ASS ist eigentlich unnötig«.

Als Hustenstiller nennt das Magazin Dextromethorphan und Spitzwegerich-Extrakt (mit weniger Evidenz) sowie als Hustenlöser Acetylcystein (ACC), Ambroxol, Efeu- und Thymian-Extrakt. Bei den Hustenlösern gibt Warentest zu bedenken, dass es bislang keine uneingeschränkt geeigneten Mittel gebe. Die Wirkung müsse noch besser belegt werden. Warentest nennt in allen Kategorien auch Präparatenamen und orientiert sich dabei auch am Preis.

In einem Kasten zu pflanzlichen Mitteln nennt der Artikel noch Myrtol- und Echinacea-Präparate als »mit Einschränkung geeignet«, während es bei Sinupret® heißt: »Unsere Experten sehen die Wirksamkeit nicht für jeden Bestandteil nachgewiesen und stufen Sinupret als wenig geeignet ein.«

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