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Abstand, Maske, keine Kontakte?

Diese Maßnahmen wirken am besten

Seit gut einem Jahr ordnen die Bundesländer immer wieder Maßnahmen an, um die Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen einzudämmen. Immer wieder wird gestritten, wie effektiv diese überhaupt sind. Eine Studie aus Deutschland gibt nun Hinweise.
Theo Dingermann
23.04.2021  14:00 Uhr

Regierungen und Behörden in großen Teilen der Welt haben seit Anfang 2020 teils drastische Maßnahmen ergriffen, um die sich stetig ausweitende Corona-Pandemie einzudämmen. Zu den Maßnahmen zählten die Schließung von Schulen und nicht lebensnotwendiger Geschäfte. Ferner wurde das Tragen von Masken angeordnet, und es wurden Reise- und Kontaktbeschränkungen und sogar Kontaktverbote und Ausgangssperren ausgesprochen. 

Dass diese Maßnahmen auf teils heftige Proteste sowohl seitens einiger Politiker als auch von Teilen der Bevölkerung stießen, verwundert nicht. Da war es ein Dilemma, dass Daten zu Effektivität der verschiedenen Einschränkungen kaum verfügbar waren. Wissenschaftler der Universitäten Kassel, Southern Denmark und Mainz sowie der technischen Universität Darmstadt haben nun anhand der verschiedenen Regelungen innerhalb Deutschlands während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 den Erfolg der einzelnen Maßnahmen verglichen.

In dieser noch nicht begutachteten Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass durch Kontaktbeschränkungen der Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus um fast 14 Prozentpunkte reduziert werden konnte. Das heißt: Hätte es in einer Region in einer bestimmten Zeitspanne ohne diese Maßnahme einen Anstieg der kumulierten Infektionen um beispielsweise 30 Prozent gegeben, so stiegen die Infektionen dank Abstandsgebot und anderen Kontaktbeschränkungen tatsächlich nur um rund 16 Prozent.

Auch die Maskenpflicht in Bussen, Bahnen, Supermärkten und anderswo in der Öffentlichkeit erwies sich als wirkungsvoll, um ein Abflachen der Infektionskurve zu erreichen und als Folge einen exponenziellen Anstieg des Infektionsgeschehens zu verhindern. Durch die Maskenpflicht konnte die Dynamik des Infektionsgeschehens um weitere 13,5 Prozentpunkte gesenkt werden.

Weniger effizient, aber immer noch wirkungsvoll waren nach den Analysen der Forscherteams die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten. Durch diese Maßnahmen konnte die Dynamik des Infektionsgeschehens um etwa 5,5 Prozentpunkte gesenkt werden.

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